Versicherungen für Studenten

Krankenversicherung für Studenten

Während des Studiums an einer deutschen Hochschule muss jeder Student über eine ausreichende Absicherung im Krankheitsfall verfügen. Die staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen verlangen von dir zur Einschreibung die Vorlage einer aktuellen Versicherungsbescheinigung, die eine zuständige gesetzliche Krankenkasse für dich ausstellt und die bei jeder Änderung im Versichertenstatus oder bei Wechsel der Krankenkasse während des Studiums erneut angefordert und bei der Hochschule eingereicht werden muss.

Die meisten Studenten sind über ein gesetzlich pflichtversichertes oder freiwillig versichertes Elternteil (in der Regel bis einen Tag vor dem 25. Geburtstag), Ehegatten oder Lebenspartner (beides ohne Altersgrenze) beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) familienversichert. Endet die Familienversicherung oder kommt sie bei dir von Anfang an nicht in Betracht, wirst du regelmäßig versicherungspflichtig in der GKV. Nach Ende der Versicherungspflicht oder Familienversicherung in der GKV beginnt eine freiwillige Mitgliedschaft, wenn kein neuer Tatbestand der Versicherungspflicht in der GKV, kein Anspruch auf Familienversicherung in der GKV und kein nachgehender Leistungsanspruch (§ 19 SGB V), an den sich eine anderweitige Absicherung im Krankheitsfall anschließt, vorliegt und kein Austritt erklärt wird. Wer direkt vor Studienbeginn freiwillig gesetzlich versichert war, bleibt dies auch im Studium, sofern keine Versicherungspflicht in der GKV eintritt oder die freiwillige Mitgliedschaft aufgrund eines Anspruchs auf Familienversicherung in der GKV bzw. auf anderweitige Absicherung im Krankheitsfall gekündigt wird.

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sofern vorhanden
Derzeitige Absicherung im Krankheitsfall

Du kannst hier bis zur Vollendung deines 35. Lebensjahres eine sogenannte private incoming-Reisekrankenversicherung der HanseMerkur im Basic- oder Profi-Tarif abschließen, wenn du dich als Student, Stipendiat, Doktorand, Au-Pair, (Sprach-)Schüler, Teilnehmer eines Work&Travel-Programms oder nachweislich zur Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen vorübergehend in Deutschland aufhältst, sofern du eine ausländische Staatsangehörigkeit und einen ständigen Wohnsitz im Ausland hast. Die Höchstversicherungsdauer beträgt 5 Jahre ab dem Tag deiner Einreise.

Versicherungsdauer Tarif Basic in Euro Tarif Profi in Euro
bis 365 Tage 1,19 1,75
365 bis 1825 Tage 1,65 2,15

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Du kannst hier bis zur Vollendung deines 75. Lebensjahres eine sogenannte private incoming-Reisekrankenversicherung der HanseMerkur im Basic- oder Profi-Tarif abschließen, wenn du dich nur vorübergehend in Deutschland aufhältst. Die Höchstversicherungsdauer beträgt 5 Jahre ab dem Tag deiner Einreise.

Versicherungsdauer Tarif Basic in Euro Tarif Profi in Euro
bis 93 Tage 1,70 (ab 65 Jahren 3,50) 2,50 (ab 65 Jahren 4,50)
94 Tage bis bis 5 Jahre 2,40 (ab 65 Jahren 8,60) 3,40 (ab 65 Jahren 12,70)

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Die private Krankenversicherung im Studium

Alternativ zur Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse kannst du dich bei erstmalig in deinem Studiengang eintretender Versicherungspflicht nach § 5 Absatz 1 Nr. 9 SGB V in der GKV von dieser auf Antrag befreien lassen (geht nur, wenn du unmittelbar zuvor nicht aus anderem Grund pflichtversichert warst) und dich privat krankenversichern. Freiwillige Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse können ihre Mitgliedschaft kündigen und ins PKV-System wechseln (§ 191 SGB V in Verbindung mit § 175 Absatz 4 SGB V). Eine Pflicht zur privaten Krankenversicherung während des Studiums existiert, wenn du bereits unmittelbar vor Aufnahme des Studiums privat krankenversichert warst und von keiner Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung erfasst wirst oder keinen Anspruch auf Familienversicherung hast. Wenn du mit der Einschreibung als Student jedoch versicherungspflichtig in der GKV wirst, kannst du als zuvor privat Krankenversicherter gegebenenfalls Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse werden!

Gesetzliche Studenten-KrankenversicherungIm Allgemeinen empfehlen wir jedem Studenten, sich wenn möglich gesetzlich krankenzuversichern und nicht freiwillig privat. Hintergrund ist vor allem, dass du dich in bestimmten Konstellationen nach einer Entscheidung für die PKV in deinem Leben gar nicht mehr gesetzlich krankenversichern kannst.

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Für die einzelnen dargestellten Möglichkeiten der „studentischen Krankenversicherung“ gibt es eine Reihe von Voraussetzungen und Bedingungen (Einkommen, Alter, Studiendauer, usw.) sowie Besonderheiten (bspw. bei Auslandsaufenthalten), die wir dir im folgenden Text und auf den weiteren Unterseiten von studentische-versicherungen.de näher darstellen. Nimm dir die Zeit und lies dir die Sachen gründlich durch, dann weißt du, wie das alles mit der Krankenversicherung für Studenten abläuft.

Eine extra Unterseite haben wir für Studieninteressierte aus dem Ausland bzw. ausländische Studenten angelegt, die unter anderem auf die Besonderheiten in Sachen Krankenversicherung bei der Einreise, Visum, Aufenthaltstitel und der Einschreibung eingeht.

Gesetzliche Krankenversicherung

Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V

Als Student bist du gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V bis zum Ende des 14. Fachsemesters, jedoch längstens der Vollendung des 30. Lebensjahres in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig, wenn du an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule eingeschrieben bist, unabhängig davon, ob du deinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hast, wenn aufgrund über- oder zwischenstaatlichen Rechts kein Anspruch auf Sachleistungen besteht.

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Teilnehmer an studienvorbereitenden Sprachkursen, Studienkollegs oder Propädeutika, Promotionsstudenten, Meisterschüler-/Graduiertenstudenten sowie Gasthörer sind versicherungsrechtlich keine ordentlich Studierenden und werden von der Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V nicht erfasst.

Studierende in dualen Studiengängen stehen heute den Beschäftigten zur Berufsausbildung gleich, sodass sie nicht als Studierende versicherungspflichtig in der GKV werden. Wer als dualer Student ein Arbeitsentgelt erzielt, wird dann versicherungspflichtig nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V, ohne Arbeitsentgelt nach § 5 Abs. 1 Nr. 10 SGB V.

Vorrangige Versicherungstatbestände

Der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht als Studierender nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V sind eine Reihe von anderen Versicherungspflichttatbeständen vorrangig (siehe § 5 Abs. 7 SGB V). Nur ein Beispiel: Wer in seinem Erscheinungsbild nicht als ordentlich Studierender, sondern mehr als Arbeiter oder Angestellter gilt, ist als solcher versicherungspflichtig (oder versicherungsfrei nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V bzw. § 7 Abs. 1 SGB V). Dies betrifft auch Studierende in echten berufsbegleitenden Studiengängen.

Studenten, die die Voraussetzungen für die beitragsfreie Familienversicherung nach § 10 SGB V über ein Elternteil (in der Regel bis einen Tag vor ihrem 25. Geburtstag), einen Ehegatten oder Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz (beides ohne Altersgrenze) in der GKV erfüllen, sind nicht als Student versicherungspflichtig, da die Familienversicherung der Versicherungspflicht als Student nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V ebenfalls vorrangig ist, es sei denn, der etwaige Ehegatte, der Lebenspartner oder das Kind des Studenten ist nicht versichert.

Wer als Student eine selbstständige Erwerbstätigkeit hauptberuflich ausübt, wird nach § 5 Abs. 5 SGB V nicht als Student versicherungspflichtig in der GKV.

Bist du nach den gesetzlichen Regelungen versicherungsfrei (u.a. § 6 Absatz 1 SGB V) oder von der Versicherungspflicht befreit, mit Ausnahme der Versicherungsfreiheit nach § 6 Absatz 2 SGB V und § 7 SGB V (Versicherungsfreiheit bei geringfügiger Beschäftigung), bleibst du versicherungsfrei, auch wenn du die Voraussetzungen der Versicherungspflicht als Student in der gesetzlichen Krankenversicherung erfüllst. Wenn du während der Dauer deines Studiums als ordentlich Studierender einer Hochschule gegen Arbeitsentgelt beschäftigt und versicherungsfrei bist, bleibst du jedoch versicherungspflichtig als Student, wenn du die Voraussetzungen dafür erfüllst, die Versicherungsfreiheit bezieht sich dann nur auf deine Beschäftigung (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V, „Werkstudentenprivileg„).

Berechnung der Fachsemester

Als Fachsemester im Sinne des Sozialgesetzbuches zählen alle weltweiten Semester in einem Studiengang, der inhaltlich aus mehreren Studienfächern bestehen kann. So beinhaltet z.B. das Lehramtsstudium in der Regel mindestens zwei Studienfächer. Bei einem Hochschulwechsel werden die bisherigen Semester aus dem gleichen Studiengang berücksichtigt. Bei der Berechnung der Fachsemester werden die aus einem Bachelor und einem konsekutiven Master zusammengezählt! Handelt es sich aber um ein Zweit-, Aufbau- oder Erweiterungsstudium in einem anderen Studiengang bzw. keinen konsekutiven Masterstudiengang, so beginnt die Fachsemesterzählung fürs neue Studium wieder bei 0. Urlaubssemester zählen generell nicht.

Hochschularten

Ein Studium an einer Universität der Bundeswehr oder an einer Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung führt nicht zur Versicherungspflicht als Student nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V, du hast in dem Fall Anspruch auf Heilfürsorge bzw. Beihilfe und bist daher krankenversicherungsfrei. Dies gilt gleichermaßen auch für Theologiestudenten, sofern du bereits zum Personenkreis nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 oder Nr. 4 SGB V gehörst.

Berufsakademien sind keine staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen.

Studierende an privaten, nicht staatlich anerkannten Hochschulen werden von der Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V ebenso nicht erfasst.

Mit Studienbeginn von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung?

Wirst du mit deiner Einschreibung an der Hochschule versicherungspflichtig in der GKV und warst bis dahin privat krankenversichert, kannst du dich unter Umständen (abhängig davon, ob eine eventuell zuvor beantragte Befreiung von der Versicherungspflicht fortwirkt) entscheiden: entweder du versicherst dich für das Studium in einer gesetzlichen Krankenkasse – wir stellen dir einen Mitgliedschaftsantrag zur Verfügung – oder du stellst einen Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht in der GKV (und bleibst damit privat krankenversichert).

Deinen Vertrag beim privaten Krankenversicherungsunternehmen kannst du nach § 205 Abs. 2 VVG innerhalb von drei Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht rückwirkend zu diesem Zeitpunkt kündigen. Dabei musst du deinem Versicherer den Eintritt der Versicherungspflicht innerhalb von zwei Monaten durch eine Bescheinigung der zuständigen Krankenkasse nachweisen. Später kann das Versicherungsverhältnis zum Ende des Monats gekündigt werden, in dem der Eintritt der Versicherungspflicht nachgewiesen wird. Das Recht auf Kündigung des Versicherungsvertrages besteht auch dann, wenn eine Familienversicherung nach § 10 SGB V begründet wird.

Befreiung von der Krankenversicherungspflicht in der GKV als Student

Wer als Student erstmalig in seinem Studiengang versicherungspflichtig in der GKV wird, kann sich durch einen Antrag bei der zuständigen gesetzlichen Krankenkasse innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht von dieser befreien. Dies geht jedoch nach einem Urteil des Bundessozialgerichts vom 27. April 2016 (Aktenzeichen B 12 KR 24/14 R) nicht mehr für denjenigen, der unmittelbar zuvor der Versicherungspflicht aus anderen Gründen unterlag.

Die Befreiung wirkt vom Beginn der Versicherungspflicht an, wenn seit diesem Zeitpunkt noch keine Leistungen in Anspruch genommen wurden, sonst vom Beginn des Kalendermonats an, der auf die Antragstellung folgt. Die Befreiung kann nicht widerrufen werden. Die Befreiung wird nur wirksam, wenn das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall nachgewiesen wird (zum Beispiel durch die „Folgeversicherungsbestätigung“ eines privaten Krankenversicherungsunternehmens).

Verlängerung der studentischen Versicherungspflicht in der GKV

Im Ausnahmefall kann die Versicherungspflicht als Student nach Einzelfallprüfung durch die gesetzliche Krankenkasse auf Antrag verlängert werden (also über deinen 30. Geburtstag bzw. das 14. Fachsemester hinaus) und zwar, wenn die Art der Ausbildung oder familiäre sowie persönliche Gründe, insbesondere der Erwerb der Zugangsvoraussetzungen in einer Ausbildungsstätte des Zweiten Bildungswegs, die Überschreitung der Altersgrenze oder eine längere Fachstudienzeit rechtfertigen. Nach Urteilen des Bundessozialgerichts geht das für den Fall nahtlos aneinandergereihter Hinderungsgründe wie Erkrankungen, Behinderung oder Erziehungszeiten aber maximal bis zur Vollendung des 37. Lebensjahres, dann ist endgültig Schluss mit der Versicherungspflicht.

Warum eine Verlängerung der Versicherungspflicht interessant ist? Weil die Beiträge nach Ende der Versicherungspflicht als freiwillig Versicherter in jedem Fall deutlich höher sind als in der gesetzlichen Krankenversicherung der Studenten (KVdS)!

Beitragsbemessung in der gesetzlichen Krankenversicherung der Studenten

Der Beitrag für pflichtversicherte Stundenten in der gesetzlichen Krankenversicherung (KVdS) ist bei den gesetzlichen Krankenkassen unterschiedlich hoch. Er berechnet sich seit dem 1.1.2015 aus der Anwendung des reduzierten Beitragssatzes in Höhe von 10,22 % (sieben Zehntel des allgemeinen Beitragssatzes 14,6 %) und des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes auf den BAföG-Bedarfssatz für nicht bei den Eltern wohnende Studierende (derzeit 744 €). Somit ergibt sich für pflichtversicherte Studenten ein Krankenversicherungsbeitrag von 76,04 € zuzüglich des kassenindividuellen Zusatzbeitrages.

Für die gesetzliche Pflegeversicherung werden von jeder gesetzlichen Krankenkasse im Monat 22,69 € beziehungsweise für Kinderlose ab 23 Jahren 24,55 € erhoben (3,05 % / 3,3 % auf 744 €).

Freiwillige Versicherung als Student in der GKV

Wer vor Studienbeginn bereits freiwillig gesetzlich krankenversichert ist / war und mit Studienbeginn weder versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung wird, noch einen Anspruch auf Familienversicherung hat und dadurch die freiwillige Mitgliedschaft kündigen kann, bleibt auch (erstmal) während des Studiums als freiwilliges Mitglied versichert. Es sei denn, du kündigst deine Mitgliedschaft (besondere Bindungsfristen aufgrund von Wahltarifen beachten!) zugunsten einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall, zum Beispiel einer privaten Krankenversicherung.

>> Jetzt freiwilliges Mitglied einer (anderen) gesetzlichen Krankenkasse werden!

Obligatorische Anschlussversicherung nach § 188 Abs. 4 SGB V

Für alle, deren Familienversicherung oder Versicherungspflicht in der GKV endet (als Student zum Beispiel regelmäßig mit Abschluss des 14. Fachsemesters oder mit Vollendung des 30. Lebensjahres), setzt sich die Versicherung nach § 188 Abs. 4 SGB V als freiwillige Mitgliedschaft (obligatorische Anschlussversicherung) bei derselben Krankenkasse fort, wenn keine Ausschlusstatbestände vorliegen. Als Ausschlusstatbestände kommen insbesondere ein neuer Tatbestand der Versicherungspflicht in der GKV, eine Familienversicherung in der GKV oder ein nachgehender Leistungsanspruch nach § 19 SGB V, an den sich eine anderweitige Absicherung im Krankheitsfall nachweisbar anschließt, infrage.

Das Zustandekommen der obligatorischen Anschlussversicherung kann vermieden werden, wenn du innerhalb von zwei Wochen nach Hinweis der Krankenkasse über die Austrittsmöglichkeiten deinen Austritt erklärst und das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall nachweist. Als solcher Nachweis gilt zum Beispiel die „Folgeversicherungsbescheinigung“ einer privaten Krankenversicherung. Bindungsfristen an die Krankenkasse sind beim Austritt übrigens nicht einzuhalten.

Alternativ zur Weiterversicherung bei deiner derzeitigen Krankenkasse aufgrund der obligatorischen Anschlussversicherung kannst du deine gesetzliche Krankenkasse für die freiwillige Versicherung auch direkt wechseln, indem du bei der neuen Krankenkasse den Beitritt nach § 9 SGB V anzeigst. Eine Kündigung ist nicht erforderlich (sofortiges Krankenkassenwahlrecht). Wenn du zuvor familienversichert warst, müssen dafür die Voraussetzungen des § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB V erfüllt sein, bei einer vorherigen Pflichtmitgliedschaft die Bindungsfrist(en) und die Beitrittsvoraussetzungen des § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB V. Ansonsten kannst du deine gesetzliche Krankenkasse natürlich auch später (im Kündigungsverfahren) wechseln. Durch die obligatorische Anschlussversicherung wird keine neue allgemeine Bindungsfrist von 18 Monaten ausgelöst. Sprich uns einfach direkt an, wenn du weißt, dass deine Familienversicherung oder Pflichtmitgliedschaft endet, um deine gesetzliche Krankenkasse frühstmöglich zu wechseln!

(Mindest-)Beiträge für freiwillig versicherte Studenten

Bei Studierenden, deren Pflichtmitgliedschaft in der studentischen Krankenversicherung endet (§ 190 Abs. 9 SGB V) und die sich freiwillig weiterversichern, findet gemäß § 245 Absatz 2 SGB V bis zu der das Studium abschließenden Prüfung, jedoch längstens für die Dauer von sechs Monaten, nur der reduzierte Beitragssatz in Höhe von 7/10 des allgemeinen Beitragssatzes (14,6 %), also 10,22 %, Anwendung. Als beitragspflichtige Einnahmen werden mindestens 1.038,33 € angenommen (90. Teil der monatlichen Bezugsgröße: 2019 = 34,61 €, mtl. = 1.038,33 €), sodass sich für die Krankenversicherung 106,12 € zuzüglich des Beitrags unter Berücksichtigung des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes ergeben. Für die Pflegeversicherung zahlen Kinderlose ab 23 Jahren 34,26 €, alle anderen 31,67 €.

Nach Ende des „Übergangstarifs“ bleibt letztlich nur noch die „normale“ gesetzliche freiwillige Versicherung oder alternativ bspw. eine private Krankenversicherung. In der GKV wird dann für Studenten grundsätzlich der ermäßigte Beitragssatz in Höhe von 14,0 % zuzüglich des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes aufs jeweilige Einkommen fällig, mindestens aber monatlich 145,37 € (14,0 % Beitragssatz auf die gesetzliche Mindesteinkommensgrenze von 1.038,33 €). Lediglich für Renten, Versorgungsbezüge und Arbeitseinkommen, das neben einer Rente oder einem Versorgungsbezug bezogen wird, ist bei der Beitragsberechnung der allgemeine Beitragssatz von 14,6 % maßgeblich, zuzüglich des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes. Zum Krankenversicherungsbeitrag kommt noch der Beitrag für die Pflegeversicherung (mindestens 31,67 € bzw. 34,26 €).

> Freiwillige Mitgliedschaft bei einer (anderen) gesetzlichen Krankenkasse hier beantragen.

Kosten / Beiträge für Studenten in der gesetzlichen Krankenversicherung

Beitragssatz Bemessungsgrundlage Monatsbeitrag 2019
Familienversicherung 0 € (beitragsfrei)
Pflichtversicherung (KVdS) 10,22 % + kZbs 744 € 76,04 € + kZb
„Examensregelung“ 10,22 % + kZbs mindestens 1.038,33 €* mindestens 106,12* + kZb
Freiwillige Versicherung 14,0 % (14,6 %) + kZbs mindestens 1.038,33 €* mindestens 145,37 €* + kZb

kZbs = kassenindividueller Zusatzbeitragssatz
kZb = kassenindividueller Zusatzbeitrag (= kZbs * Bemessungsgrundlage)

*In der freiwilligen Versicherung wird ein fiktives Mindesteinkommen angenommen, das auch für die Beitragsberechnung gilt, wenn dieses vom Versicherten gar nicht erreicht wird. Liegen jedoch beitragspflichtige Einnahmen über der Mindestbemessungsgrundlage vor, so wird anhand von diesem der GKV-Beitrag berechnet. Anders als bei den Pflichtversicherten bildet bei freiwillig Versicherten jedoch nicht nur das Bruttoarbeitsentgelt die Grundlage, sondern die gesamte wirtschaftliche Leistung. Dazu zählen unter anderem auch beispielsweise Einnahmen aus Kapitalvermögen und Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung!

Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag beim BAföG

Erhältst du als Student BAföG, so hast du Anspruch auf einen Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag in Höhe von derzeit 84 Euro im Monat, dazu kommen 25 Euro für die Pflegeversicherung. Dies gilt für alle nach § 5 Absatz 1 Nr. 9 oder 10 SGB V Versicherte, für freiwillig GKV Versicherte, deren Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge nach den § 240 Absatz 4 Satz 2 SGB V und § 57 Absatz 4 des SGB XI berechnet werden, sowie PKV-Versicherte (bei einer Teilkostenversicherung anteilig).

Alle anderen freiwillig versicherten Studenten oder nach § 5 Absatz 1 Nr. 13 Pflichtversicherte (Auffangversicherung) erhalten nachweisabhängig bis zu 155 Euro im Monat für die Krankenversicherung, der Pflegeversicherungszuschlag beträgt maximal 34 Euro. Diese höheren Zuschläge erhalten nachweisabhängig auch privat krankenversicherte Studenten über 30 oder nach dem 14. Fachsemester.

Beitragsfrei Familienversicherte erhalten keinen Zuschlag zum BAföG.

Gesetzliche Krankenkasse als Student wechseln

Wer aufgrund von schlechtem Service, unbefriedigenden (Zusatz-)Leistungen, einem unpassenden Bonusprogramm oder einem hohen Beitrag mit seiner gesetzlichen Krankenkasse unzufrieden ist, kann natürlich auch als Student in eine andere Krankenkasse wechseln. Der Wechsel selbst ist unkompliziert und risikolos. Und: Keine gesetzliche Krankenkasse kann Versicherte aus Alters- oder gesundheitlichen Gründen ablehnen.

Unser Krankenkassen-Wechsel-Service für Studenten:

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Private Zusatzversicherungen sind möglich

Wer sich nur mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht zufrieden geben will, kann natürlich auch eine oder mehrere private Zusatzversicherungen abschließen. Ergänzend zum bestehenden Schutz der Krankenversicherung für Studenten empfiehlt sich in vielen Fällen eine Auslandskrankenversicherung (für Auslandsreisen, Auslandssemester/-praktika) oder eine Zahnzusatzversicherung.

Jedoch ist nicht jede Zusatzversicherung wirklich notwendig, der eigene Bedarf sollte vorher geprüft werden. Das geht über das Formular auf folgender Seite: finanzen.de Krankenzusatzversicherung. Einfach mit den korrekten, eigenen Daten ausfüllen und du wirst kostenfrei von einem Versicherungsvermittler kontaktiert.