Versicherungen für Studenten

Krankenversicherung für Studenten ab 30 Jahren

Die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung für Studenten nach § 5 Absatz 1 Nr. 9 SGB V besteht nur bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres.

Studienbeginn mit 30 oder später

Wer sein Studium in einem Alter von 30 Jahren oder später beginnt, wird nicht versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V, sofern keine Verlängerung der Versicherungspflicht in Frage kommt.

Vorher Privatkrankenversicherte verbleiben dann fürs Studium in der PKV, wenn nicht anderweitig eine vorrangige Versicherungspflicht in der GKV eintritt oder ein Anspruch auf Familienversicherung in der GKV besteht und damit der private Krankenversicherungsvertrag gekündigt werden kann.

Vorher gesetzlich Krankenversicherte werden im Status eines freiwillig Versicherten weiterversichert, wenn keine andere vorrangige Versicherungspflicht in der GKV eintritt oder eine Familienversicherung möglich ist. Du kannst deine Krankenkasse auch wechseln.

30. Geburtstag während des Studiums

Eine etwaig bestehende studentische Pflichtmitgliedschaft nach § 5 Absatz 1 Nr. 9 SGB V endet in der gesetzlichen Krankenkasse gemäß der grundsätzlichen Hinweise des GKV-Spitzenverbandes vom 6. Dezember 2017 erst mit Ende des Semesters, indem der Student 30 Jahre alt geworden ist und nicht schon direkt mit dem 30. Geburtstag.

Kommt eine Verlängerung der Versicherungspflicht nach § 5 Absatz 1 Nr. 9 SGB V nicht in Frage und endet die Pflichtmitgliedschaft in deiner gesetzlichen Krankenkasse, so wirst du anschließend automatisch freiwillig weiterversichert, wenn

  • keine vorrangige Versicherungspflicht eintritt (und du damit wieder Pflichtmitglied werden würdest)
  • keine Familienversicherung in der GKV begründet werden kann und
  • es keinen nachgehenden Leistungsanspruch nach § 19 SGB V gibt, an den sich eine anderweitige Absicherung im Krankheitsfall nachweisbar anschließt.

Krankenkasse für die freiwillige Versicherung wechseln

Möchtest du deine gesetzliche Krankenkasse für die Durchführung der freiwilligen Versicherung wechseln, so musst du deine Mitgliedschaft vorausschauend zu diesem Zeitpunkt ordentlich sowie wirksam kündigen (Berücksichtigung von Bindungs- und Kündigungsfrist) und die Beitrittsvoraussetzungen des § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bzw. 2 SGB V erfüllen, wenn du zuvor in der GKV versicherungspflichtig oder familienversichert (in diesem einem Fall braucht es aber keine Kündigung) warst. Ansonsten kannst du natürlich auch später deine gesetzliche Krankenkasse wechseln. Wir bringen dich in jedem Fall gern zu einer neuen gesetzlichen Krankenkasse!

In die private Krankenversicherung kannst du als zuvor gesetzlich Pflichtversicherter wechseln, indem du innerhalb von zwei Wochen nach Hinweis der gesetzlichen Krankenkasse über die Austrittsmöglichkeiten deinen Austritt erklärst und das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall nachweist („Folgeversicherungsbestätigung“ einer privaten Krankenversicherung).
Du könntest deine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse auch noch später ohne Berücksichtigung der 18-monatigen Bindungsfrist, jedoch der Kündigungsfrist kündigen, um dich privat krankenzuversichern (fürs Wirksamwerden muss das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall nachgewiesen werden, du hast also kein Risiko, ohne Krankenversicherungsschutz dazustehen). Aufgepasst für alle, die einen oder mehrere Wahltarife ihrer gesetzlichen Krankenkasse nutzen, deren Mindestbindungsfristen (bis zu drei Jahre) sind nämlich bei der Kündigung zu berücksichtigen (nicht aber beim Austritt)!

Verlängerung der Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V

Mit einem Antrag, den du bei deiner gesetzlichen Krankenkasse stellst, kannst du eine Verlängerung der Versicherungspflicht als Student in deinem Einzelfall jedoch prüfen lassen. Gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V hat das nur Aussicht auf Erfolg, wenn die Art der Ausbildung oder familiäre sowie persönliche Gründe, insbesondere der Erwerb der Zugangsvoraussetzungen in einer Ausbildungsstätte des Zweiten Bildungswegs, die Überschreitung der Altersgrenze rechtfertigen. Nach Urteilen des Bundessozialgerichts geht das für den Fall nahtlos aneinandergereihter Hinderungsgründe wie Erkrankungen, Behinderung oder Erziehungszeiten aber maximal bis zur Vollendung des 37. Lebensjahres.

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