Versicherungen für Studenten

Familienversicherung

Die Möglichkeit der beitragsfreien Mitversicherung von Familienangehörigen gibt es in Deutschland im System der gesetzlichen Krankenversicherung, jedoch nicht in der privaten Krankenversicherung. Dort ist für jeden Versicherten ein eigener Beitrag zu entrichten.

Familienversicherung in der GKV

Studenten, und gegebenenfalls deren Kinder, können sich beitragsfrei gesetzlich krankenversichern, sofern ein Elternteil, Ehegatte oder Lebensparnter im Sinne des Lebenspartnerschaftsgesetzes Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse (Pflichtmitglied oder freiwilliges Mitglied) ist und die weiteren Voraussetzungen gemäß § 10 SGB V erfüllt sind (für die beitragsfreie Versicherung in der sozialen Pflegeversicherung nach § 25 SGB XI).

Den leiblichen Eltern gleichgestellt sind Stief-, Adoptiv-, Pflege- und Großeltern, wenn sie überwiegend den Lebensunterhalt für den Studenten bestreiten.

Voraussetzungen für einen familienversicherten Studenten in der GKV sind:

  • ein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland,
  • dass du nicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 1, 2, 2a, 3 bis 8, 11 bis 12 oder nicht freiwillig versichert (allerdings kann eine Kündigung der freiwilligen Mitgliedschaft erfolgen, um in den beitragsfreien Schutz der Familienversicherung zu gelangen) bist,
  • dass du nicht versicherungsfrei oder nicht von der Versicherungspflicht befreit bist; dabei bleibt die Versicherungsfreiheit nach § 7 außer Betracht (Versicherungsfreiheit bei geringfügiger Beschäftigung),
  • dass du nicht hauptberuflich selbständig erwerbstätig bist und
  • kein Gesamteinkommen hast, das regelmäßig im Monat ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 des SGB IV überschreitet (im Jahr 2018 sind das 435 €); bei Renten wird der Zahlbetrag ohne den auf Entgeltpunkte für Kindererziehungszeiten entfallenden Teil berücksichtigt; für geringfügig entlohnte Beschäftigte nach § 8 Abs. 1 Nr. 1, § 8a des SGB IV beträgt das zulässige Gesamteinkommen 450 €.

Ehegatten und Lebenspartner von Mitgliedern einer gesetzlichen Krankenkasse sind für die Dauer der Schutzfristen nach § 3 des Mutterschutzgesetzes sowie der Elternzeit nicht versichert, wenn sie zuletzt vor diesen Zeiträumen nicht gesetzlich krankenversichert waren.

Familienversicherung über ein Elternteil

Studenten können nur bis zu ihrem 25. Geburtstag über ein Elternteil, das Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist, beitragsfrei mitversichert sein. Wird das Studium durch Erfüllung einer gesetzlichen Dienstpflicht unterbrochen oder verzögert, verschiebt sich die Altersgrenze von 25 Jahren um diesen Zeitraum nach hinten. Dies gilt auch bei einer Unterbrechung oder Verzögerung durch den freiwilligen Wehrdienst nach § 58b des Soldatengesetzes, einen Freiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz, dem Jugendfreiwilligendienstegesetz oder einen vergleichbaren anerkannten Freiwilligendienst oder durch eine Tätigkeit als Entwicklungshelfer im Sinne des § 1 Absatz 1 des Entwicklungshelfer-Gesetzes für die Dauer von höchstens zwölf Monaten.

Ohne Altersgrenze können Studenten beitragsfrei über ein Elternteil in der GKV mitversichert sein, wenn sie als behinderte Menschen außerstande sind, sich selbst zu unterhalten und die Behinderung bereits zu einem Zeitpunkt vorlag, zu dem bereits Familienversicherung über ein Elternteil bestand.

Kinder von familienversicherten Studenten sind ebenfalls beitragsfrei versichert, sofern sie selbst die Voraussetzungen für die Familienversicherung erfüllen:

  • bis zum 18. Geburtstag
  • bis zum 23. Geburtstag, wenn sie nicht erwerbstätig sind
  • bis zum 25. Geburtstag, ggf. verlängert (siehe zwei Absätze zuvor), wenn sie sich in Schul- oder Berufsausbildung befinden oder ein freiwilliges soziales Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes oder Bundesfreiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz leisten
  • bei Behinderung ohne Altersgrenze (siehe vorheriger Absatz)

Studenten können sich gemäß § 10 Abs. 3 SGB V nicht über ein Elternteil familienversichern, wenn der mit dem Studenten verwandte Ehegatte oder Lebenspartner des Mitglieds nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist (also z.B. privat krankenversichert) und sein Gesamteinkommen regelmäßig im Monat ein Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt (JAEG, auch Versicherungspflichtgrenze genannt) und regelmäßig höher als das Gesamteinkommen des Mitglieds ist, wobei bei Renten der Zahlbetrag berücksichtigt wird. Der Gesetzgeber geht in diesen Fällen davon aus, dass das höhere Einkommen des nicht gesetzlich krankenversicherten Ehegatten die wirtschaftliche Grundlage der Familie bildet.

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Familienversicherung über den Ehegatten

Ohne Altersgrenze können sich Studenten über ihren Ehegatten bzw. Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz familienversichern, wenn dieser Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist. Auch hier gelten die oben genannten Voraussetzungen.

Im Fall der Scheidung oder Nichtigerklärung der Ehe endet das Ehegattenverhältnis mit der Rechtskraft des Urteils und damit die Familienversicherung via den Ehegatten.

Unerheblich ist, ob die Ehegatten tatsächlich zusammen oder getrennt leben.

Bei eheähnlichne Gemeinschaften ist die Familienversicherung dagegen nicht anwendbar; auch ein Verlöbnis ist nicht ausreichend.

Was zählt alles zum Gesamteinkommen, was nicht?

Kindergeld, Elterngeld, BAföG und Unterhaltszahlungen von den Eltern fließen in die Berechnung des Gesamteinkommen nicht mit ein, dafür aber weitere Einkünfte, wie z.B. Einnahmen aus Kapitalvermögen (Zinsen, Dividenden) oder Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung.

Da es sich beim maßgeblichen Gesamteinkommen gemäß § 16 SGB IV um die Summe der Einkünfte im Sinne des Einkommensteuerrechts handelt, sind von den Bruttoeinnahmen die Werbungskosten bzw. die entsprechenden Pauschbeträge abzuziehen. Dadurch wirkt sich im Endeffekt aufgrund des Arbeitnehmer-Pauschbetrags (2018 = 1.000 Euro/jährlich bzw. 83,33 Euro/monatlich) eine Ganzjahresbeschäftigung bis zu einem monatlichen Arbeitsentgelt in Höhe von 518,33 Euro nicht auf die Familienversicherung aus (518,33 € – 83,33 € = 435 €), sofern keine weiteren anrechenbaren Einkünfte vorhanden sind. Der Arbeitnehmerpauschbetrag kann auch in voller Höhe abgezogen werden, wenn du nur einige Zeit und nicht das ganze Jahr über beschäftigt warst. Wenn du höhere Aufwendungen als den Pauschbetrag hattest (durch entsprechende Belege nachzuweisen), so kann dieser höhere Betrag geltend gemacht werden. Bei Kapitalerträgen wird nur der Sparerpauschbetrag von 801 € pro Kalenderjahr abgezogen (höhere Werbungskosten können nicht abgezogen werden).

Einkünfte, die von vornherein für nicht mehr als zwei Monate erzielt werden, gelten als unregelmäßig. Sie sind für die Familienversicherung unschädlich. Ein nur gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der maßgebenden Gesamteinkommensgrenze führt nicht zum Ausschluss der Familienversicherung. Als gelegentlich ist dabei ein Zeitraum bis zu zwei Monaten innerhalb eines Kalenderjahres anzusehen.

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Ende der Familienversicherung: Was nun?

Sobald die beitragsfreie Familienversicherung für dich als Studierenden in der GKV durch Wegfall der persönlichen oder sachlichen Voraussetzungen endet und auch nicht über eine andere Konstellation möglich ist – denkbar ist bspw. eine Familienversicherung über deinen Ehegatten (da ohne Altersgrenze möglich) nach Ende der Familienversicherung über ein Elternteil aufgrund von Erreichen der Altersgrenze – wirst du regelmäßig versicherungspflichtig in der GKV. Dies ist ein idealer Zeitpunkt, um deine Krankenkasse zu wechseln, melde dich ausreichend vorher, am besten spätestens, wenn deine bisherige Krankenkasse dich anschreibt! Bis zwei Wochen nach Ende der Familienversicherung musst du die Mitgliedsbescheinigung von der neuen Krankenkasse der Hochschule vorlegen.

Wirst du nach Ende der Familienversicherung nicht versicherungspflichtig in der GKV (auch nicht aufgrund eines anderen Versicherungspflichttatbestandes), so kannst du dich privat krankenversichern oder weiter gesetzlich krankenversichert bleiben, denn ohne Reaktion deinerseits würdest du freiwilliges Mitglied bei deiner bisherigen gesetzlichen Krankenkasse werden. Möchtest du nach Ende der Familienversicherung die gesetzliche Krankenkasse für die Durchführung der freiwilligen Versicherung direkt wechseln, so geht das unter den Voraussetzungen des § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB V und einer Anzeige bzw. Erklärung des Beitritts gegenüber der neuen Krankenkasse innerhalb von drei Monaten nach Ende der Versicherung. Sollten die Voraussetzungen nicht gegeben sein bzw. du nicht aktiv werden, so würdest du wie beschrieben bei deiner bisherigen gesetzlichen Krankenkasse versichert bleiben. Das kannst du durch einen Austritt innerhalb von zwei Wochen nach Hinweis deiner Krankenkasse verhindern, musst dann aber einen Nachweis über das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall (z.B. „Folgeversicherungsnachweis“ einer privaten Krankenversicherungsgesellschaft), der sich lückenlos an die vorangegangene Versicherung anschließt, vorlegen. Ein Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse wäre nach wirksamer Kündigung der freiwilligen Versicherung möglich (u.a. Bindungsfrist, Kündigungsfrist beachten!). Aber melde dich gern bei uns, wenn deine Familienversicherung absehbar endet und du deine Krankenkasse wechseln möchtest:

Keine Familienversicherung möglich? Wir prüfen die weiteren Optionen!

Wir prüfen, ob ein Wechsel zu einer neuen gesetzlichen Krankenkasse bzw. überhaupt eine Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenkasse für dich möglich ist und stellen dir anschließend einen vorausgefüllten Mitgliedschaftsantrag zur Verfügung. Bitte füll dazu das folgende Formular aus:

Wie bist du aktuell im Krankheitsfall abgesichert?