Versicherungen für Studenten

Private Krankenversicherung

Eine private Krankenversicherung für Studenten kann einige Vorteile bieten. Denn die PKV ermöglicht, im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung mit ihrem einheitlichen und jederzeit vom Gesetzgeber kürzbaren! Leistungskatalog, einen individuellen sowie garantierten Krankenversicherungsschutz.

Wer im Rahmen des Studiums die private Krankenversicherung als Alternative zur gesetzlichen Krankenkasse ins Auge fasst, sollte das Vorhaben mit einem Versicherungsvermittler (Versicherungsmakler bzw. -vertreter) oder Versicherungsberater durchgehen und sich gut beraten lassen. Nutze dazu einfach den folgenden Online-Tarifvergleich und fordere anschließend eine kostenlose sowie individuelle Beratung an:

Wechsel in die PKV bei erstmaligem Eintreten der Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V

Bei erstmaligem Eintreten der Versicherungspflicht in der GKV nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V für das Studium in deinem Studiengang, kannst du dich innerhalb von drei Monaten auf Antrag bei der zuständigen gesetzlichen Krankenkasse von der Versicherungspflicht befreien lassen. Dies geht jedoch nach einem Urteil des Bundessozialgerichts vom 27. April 2016 (Aktenzeichen B 12 KR 24/14 R) nicht mehr für denjenigen, der zuvor der Versicherungspflicht aus anderen Gründen unterlag. Wenn du zuvor bspw. also familienversichert in der GKV oder freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse warst und versicherungspflichtig nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V wirst, ist eine Befreiung möglich.

Die Befreiung wird wirksam, wenn das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall nachgewiesen wird. Als solches zählt die Folgeversicherungsbestätigung eines privaten Krankenversicherungsunternehmens, sodass du dich entsprechend privat krankenversichern kannst.

Wechsel in die PKV anstelle einer freiwilligen Versicherung in der GKV

Endet für dich die Familienversicherung in der GKV oder die Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse, ohne dass eine vorrangige Versicherungspflicht eintritt, kannst du ebenfalls eine private Krankheitskostenvollversicherung abschließen. Ansonsten würdest du normalerweise nach Ende der Pflichtmitgliedschaft ohne weiteres Zutun freiwilliges Mitglied bei deiner bisherigen gesetzlichen Krankenkasse werden (obligatorische Anschlussversicherung). Innerhalb von zwei Wochen nach Hinweis der Krankenkasse über die Austrittsmöglichkeiten kann jedoch der Austritt erklärt werden, der wirksam wird, wenn du bspw. einen Folgeversicherungsnachweis deiner privaten Krankenversicherungsgesellschaft vorlegst, der das Bestehen eines lückenlosen Krankenversicherungsschutzes im Anschluss an die bisherige Versicherung bescheinigt.

PKV-Wechsel nach Kündigung der freiwilligen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse

Wer freiwilliges Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist, kann seine Mitgliedschaft auch kündigen und sich privat krankenversichern (§ 191 SGB V in Verbindung mit § 175 Abs. 4 SGB V). In diesem Fall muss die Bindungsfrist bei der Krankenkasse (normalerweise 18 Monate) nicht beachtet werden! Eine Kündigung ist zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats möglich, gerechnet von dem Monat, in dem du die Kündigung erklärst (Beispiel: Kündigungseingang am 15.01., Kündigung zum 31.03., PKV ab 01.04.). Die Kündigung wird nur wirksam, wenn du innerhalb der Kündigungsfrist das Bestehen einer substitutiven, privaten Krankenversicherung nachweist.

Für welche Studenten eignet sich die PKV?

Im Gegensatz zur GKV muss eine Private Krankenversicherung, mit Ausnahme der Aufnahmeverpflichtung im Basistarif, nicht jeden Studenten „nehmen“. Der Beitrag ist auch für Studierende vom gewählten Tarif, Eintrittsalter und Gesundheitszustand abhängig. Kinder sind immer mit einem eigenen Beitrag abzusichern, eine beitragsfreie Familienversicherung wie in der GKV gibt es nicht.

Mit der Wahl eines entsprechenden Selbstbehaltes kann auf die Höhe der Beiträge aktiv Einfluss genommen werden. Zudem gibt es je nach Tarif die Möglichkeit, eine Beitragsrückerstattung zu erhalten, wenn in einem Jahr keine Leistungen von der Versicherung in Anspruch genommen wurden.

Der Abschluss einer Privaten Krankenversicherung kann für Studenten durchaus sinnvoll sein. Wer sich zum Beispiel bewusst für ein bestimmtes Leistungspaket im Krankheitsfall entscheiden möchte, kann das mit einem entsprechenden PKV-Tarif realisieren. Für beihilfeberechtigte Studenten, die ja nur eine Restkostenversicherung benötigen (da die Beihilfe des Elternteils einen großen Teil der Krankheitsabsicherung übernimmt), können sich direkt niedrigere Beiträge als in der GKV ergeben, die nur „Vollversicherungen“ kennt.

Der frühe Abschluss einer PKV als Student hat zudem den Vorteil, dass man so seinen oftmals noch guten Gesundheitszustand und das niedrige Eintrittsalter konservieren kann. Und das geht so: Wer nach dem Ende des Studiums wieder in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig wird, kann eine sogenannte Anwartschaftsversicherung bei seinem Versicherungsunternehmen abschließen und profitiert später davon, wenn mit den Jahren bspw. vielleicht irgendwann Versicherungsfreiheit eintritt, weil die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG, auch Versicherungspflichtgrenze genannt) überschritten wurde. In diesem Fall kann dann die Private Krankenversicherung zu niedrigeren Beiträgen im Vergleich zu Neukunden und ohne erneute Gesundheits-/Risikoprüfung aufleben bzw. fortgesetzt werden!

Tarifangebot für Studenten in der PKV

Studenten haben bei der Privaten Krankenversicherung prinzipiell die „Wahl“ zwischen den unternehmenseigenen Normaltarifen, den speziellen Ausbildungs- / Studientarifen (sofern von der Gesellschaft angeboten, regelmäßig ohne Bildung von Alterungsrückstellungen und bis zu einem Höchstalter / Studienabschluss) sowie dem verbandseinheitlichen Tarif PSKV.

PSKV: Verbandseinheitlicher PKV-Tarif für Studenten

Einige privaten Krankenversicherer, das heißt nicht alle Gesellschaften, bieten den verbandseinheitlichen Tarif für Studierende (PSKV) an. Dessen Leistungen und Beiträge sind bei allen beteiligten Unternehmen gleich. Er kann unabhängig von der Zahl der absolvierten Semester bis zum 34. Lebensjahr gewählt werden und ist eher für bisher privatversicherte Studenten gedacht, die nach dem Ende der Beihilfeversicherung aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht mehr in eine andere Gesellschaft oder Tarif wechseln können.

Der PSKV-Tarif ist in seinen Leistungen sehr stark beschränkt. Wichtig ist unter anderem die Begrenzung in der GOÄ auf maximal den 1,7 und in der GOZ maximal den 2,0 fachen Faktor. Das heißt, alle Arztleistungen die für Privatpatienten üblicherweise darüber abgerechnet werden, sind nicht erstattungsfähig. Im Krankenhaus umfasst der PSKV-Tarif die allgemeinen Krankenhausleistungen, nicht jedoch die Wahlleistungen (wie Chefarztbehandlung und Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer).

Der geschlechtsunabhängige Monatsbeitrag für Neuzugänge nach dem 1. April 2017 im PSKV-Tarif beträgt:

  • 68,07 Euro im Alter von 16 – 19 Jahren
  • 86,98 Euro im Alter von 20 – 24 Jahre
  • 114,27 Euro im Alter von 25 – 29 Jahren
  • 146,10 Euro im Alter von 30 – 34 Jahren

Im Gegensatz zu den Normaltarifen gibt es im Studententarif keine Wartezeiten bis medizinische Leistungen in Anspruch genommen werden können. Für Kinder (0 – 15 Jahre alt) von Versicherten im PSKV ist ein eigener Beitrag von einheitlich 120,07 Euro zu entrichten. Ein mögliches direktes Abrechnungsverfahren zwischen Ärzten und Krankenversicherungsunternehmen bei Rechnungen bis zur Höhe der versicherten Gebührensätze vermeidet die Vorleistungspflicht der Studierenden.