Versicherungen für Studenten

Krankenversicherung nach dem Studium

Wie es nach dem Studium mit deiner Krankenversicherung weitergeht, hängt davon ab, was du genau machst und wie du zuletzt während des Studiums krankenversichert warst.

Werkstudenten aufgepasst: Die Hochschulausbildung im Sinne der Anwendung des Werkstudentenprivilegs, das unter anderem zu Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Krankenversicherung führt (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V), endet mit Ablauf des Monats, indem du vom Gesamtergebnis der Prüfungsleistung offiziell schriftlich unterrichtet wurdest. Bist du danach noch weiter immatrikuliert und arbeitest, wirst du als Arbeitnehmer versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn es sich nicht nur um eine geringfügige Beschäftigung handelt. Zu diesem Zeitpunkt kannst du übrigens innerhalb von 14 Tagen ohne Kündigung deine Krankenkasse wechseln (Bindungsfrist(en) beachten!).

Nach dem Studium dauerhaft ins Ausland: Wer seinen Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt nach dem Studium nicht (mehr) in Deutschland hat, unterliegt nicht der deutschen Krankenversicherungspflicht (Ausnahmen bestehen gegebenenfalls unter anderem für Bezieher einer Rente der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung). Privat Krankenversicherte können ihren Versicherungsvertrag üblicherweise kündigen, wenn der neue Wohnsitz außerhalb eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) liegt.

Nach dem Studium arbeitslos bzw. auf Arbeitssuche

Nicht jeder übt ab Tag 1 nach dem letzten Studiensemester eine (sozialversicherungspflichtige) Beschäftigung aus. Manche haben ein paar Tage Zeit bis der Job beginnt, andere wollen bewusst erstmal eine Pause einlegen oder in Ruhe den Arbeitsmarkt sondieren, einen passenden Job finden, sich bewerben, weil davor keine Zeit war oder es ohne Abschlusszeugnis schlicht nicht ging. Wieder andere sind dazu gezwungen, da sie bisher keine Jobzusage bekommen haben.

Endet eine Versicherungspflicht oder Familienversicherung in der GKV mit / nach dem Studium, setzt sich die Versicherung nach § 188 Abs. 4 SGB V als freiwillige Mitgliedschaft (obligatorische Anschlussversicherung) bei derselben Krankenkasse fort, wenn keine Ausschlusstatbestände vorliegen. Als Ausschlusstatbestände kommen insbesondere ein neuer Tatbestand der Versicherungspflicht in der GKV, eine Familienversicherung in der GKV oder ein nachgehender Leistungsanspruch nach § 19 SGB V, an den sich eine anderweitige Absicherung im Krankheitsfall nachweisbar anschließt, infrage.

Das Zustandekommen der obligatorischen Anschlussversicherung kann vermieden werden, wenn du innerhalb von zwei Wochen nach Hinweis der Krankenkasse über die Austrittsmöglichkeiten deinen Austritt erklärst und das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall nachweist. Als solcher Nachweis gilt zum Beispiel die „Folgeversicherungsbescheinigung“ einer privaten Krankenversicherung. Bindungsfristen an die Krankenkasse sind beim Austritt übrigens nicht einzuhalten.

Wer im Studium zuletzt gesetzlich freiwillig versichert war, bleibt dies auch danach, wenn keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung eintritt. Die freiwillige Versicherung kann aber zugunsten einer Familienversicherung in der GKV, wenn ein Anspruch darauf besteht, oder einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall gekündigt werden.

Die beitragsfreie Familienversicherung über ein Elternteil in deren gesetzlicher Krankenkasse ist nach dem Studium möglich, wenn du nicht versicherungspflichtig bist und entweder:

  • unter 18 bist,
  • unter 23 und nicht erwerbstätig (z.B. arbeitslos ohne Arbeitslosengeld I-/II-Bezug) oder
  • unter 25 und du dich in Schul- oder Berufsausbildung befindest bzw. ein freiwilliges soziales Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes oder Bundesfreiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz leistest (Verlängerung ist möglich).

Keine Altersgrenze in der Familienversicherung gibt es für behinderte Kinder, die außerstande sind sich selbst zu unterhalten, und bei einer Familienmitversicherung über den Ehegatten bzw. Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz.

Wer zuvor im Studium privat krankenversichert war und danach nicht versicherungspflichtig in der GKV wird, dort kein Anspruch auf Familienversicherung besteht und auch kein Beitritt nach § 9 SGB V möglich ist, kann sich nicht gesetzlich krankenversichern.

Wer nicht versicherungspflichtig wird, kann prüfen, ob das Jobcenter einen Zuschuss zur Krankenversicherung zahlt, wenn dadurch Hilfebedürftigkeit verhindert wird (§ 26 SGB II).

Arbeitslosengeld I

Wer in der Zeit nach dem Studium Arbeitslosengeld nach dem SGB III bezieht („Arbeitslosengeld I“) oder nur deshalb nicht bezieht, weil der Anspruch wegen einer Sperrzeit (§ 159 SGB III) oder wegen einer Urlaubsabgeltung (§ 157 Abs. 2 SGB III) ruht, ist in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig. Die Beiträge übernimmt die Bundesagentur für Arbeit.

Voraussetzung für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld ist unter anderem, dass du zuvor versicherungspflichtig beschäftigt gewesen warst und lange genug in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hast: mindestens 12 Monate in den letzten zwei Jahren (unter bestimmten Umständen gelten abweichende Voraussetzungen; gewisse Ersatzzeiten sind anrechenbar). Während des Studiums werden die allermeisten aber wohl wenn überhaupt eine versicherungsfreie Beschäftigung ausgeübt (als Werkstudent oder eine geringfügige Beschäftigung) und damit nicht in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.

Arbeitslosengeld II („Hartz IV“)

Ebenfalls versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung sind Bezieher von Arbeitslosengeld II nach dem SGB II („Hartz IV“), es sei denn, dass diese Leistung nur darlehensweise gewährt wird oder nur Leistungen nach § 24 Abs. 3 Satz 1 des SGB II bezogen werden. Die Beiträge übernimmt das Jobcenter.

Nicht versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung sind jedoch ALG-II-Bezieher, die unmittelbar zuvor privat krankenversichert waren oder weder gesetzlich noch privat krankenversichert waren und hauptberuflich selbständig erwerbstätig waren oder zu den in § 6 Abs. 1 oder 2 SGB V genannten Personen gehören oder bei Ausübung der beruflichen Tätigkeit im Inland gehört hätten.

Nach dem Studium mit Arbeit / Job

Hast du nach dem Studium einen Job, so kommt es in Sachen Krankenversicherung darauf an, ob dieser Versicherungspflicht auslöst oder nicht. Ist die Beschäftigung versicherungspflichtig, ist der Fall einfach, dein Arbeitgeber und du teilen sich die Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Du kannst übrigens bei eintretender Versicherungspflicht innerhalb von 14 Tagen ohne Kündigung ganz einfach deine gesetzliche Krankenkasse wechseln, wenn die Bindungsfristen zu diesem Zeitpunkt erfüllt sind. Wenn unmittelbar zuvor keine Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse bestand, geht das sogar ohne Beachtung der Bindungsfrist(en) bei der Vorkasse. Wir helfen dir bei der Krankenkassenwahl.

Handelt es sich bei deinem Job nach dem Studium jedoch um eine geringfügige Beschäftigung oder bist du versicherungsfrei (z.B. regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt über der Jahresarbeitsentgeltgrenze), so ist es folgendermaßen:

  • Wer zuletzt gesetzlich krankenversichert war, bleibt dies auch weiterhin, entweder im Status eines beitragsfrei Familienversicherten, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind, oder als freiwilliges Mitglied, wenn nicht aus anderem Grund eine (vorrangige) Versicherungspflicht in der GKV eintritt.
  • Wer zuletzt privat krankenversichert war, bleibt dies, da keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung eingetreten ist, sofern kein Anspruch auf Familienversicherung oder ein dauerhafter Anspruch auf Heilfürsorge entsteht. Geprüft werden kann aber eine freiwillige Versicherung in der GKV nach § 9 SGB V (insbesondere § 9 Abs. 1 Nr. 3 SGB V).

Nach dem Studium hauptberuflich selbständig

Wer nach dem Studium hauptberuflich selbständig tätig ist und zuvor gesetzlich krankenversichert war, bleibt dies im Status eines freiwillig Versicherten oder wechselt alternativ in die private Krankenversicherung. Wer jedoch zuvor schon privat krankenversichert war, bleibt dies, kann also nicht einfach so in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln.

Krankenkasse wechseln nach dem Studium

Selbstverständlich kannst du als pflichtversichertes oder freiwilliges Mitglied auch nach dem Studium oder zum Studienende hin deine gesetzliche Krankenkasse wechseln. Dabei sind die gesetzlichen Bindungsfristen einzuhalten: die allgemeine Bindungsfrist von 18 Monaten an die zuletzt ausgeübte Krankenkassenwahl und gegebenenfalls die besondere Bindungsfrist an einen oder mehrere abgeschlossene Wahltarife. Eine Ausnahme besteht bei einer Unterbrechung der Mitgliedschaft (sofortiges Krankenkassenwahlrecht) oder einer Erhöhung des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes, in diesem Fall besteht ein Sonderkündigungsrecht (aufpassen, wer einen Krankengeld-Wahltarif abgeschlossen hat: in diesem Fall muss die dreijährige Bindungsfrist immer eingehalten werden!).

Füll einfach das folgende Formular aus und wir stellen dir kostenlos Mitgliedschaftsanträge der besten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands zur Verfügung:

sofern vorhanden
Derzeitige Absicherung im Krankheitsfall

Du kannst hier bis zur Vollendung deines 35. Lebensjahres eine sogenannte private incoming-Reisekrankenversicherung der HanseMerkur im Basic- oder Profi-Tarif abschließen, wenn du dich als Student, Stipendiat, Doktorand, Au-Pair, (Sprach-)Schüler, Teilnehmer eines Work&Travel-Programms oder nachweislich zur Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen vorübergehend in Deutschland aufhältst, sofern du eine ausländische Staatsangehörigkeit und einen ständigen Wohnsitz im Ausland hast. Die Höchstversicherungsdauer beträgt 5 Jahre ab dem Tag deiner Einreise.

Versicherungsdauer Tarif Basic in Euro Tarif Profi in Euro
bis 365 Tage 1,19 1,75
365 bis 1825 Tage 1,65 2,15

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Du kannst hier bis zur Vollendung deines 75. Lebensjahres eine sogenannte private incoming-Reisekrankenversicherung der HanseMerkur im Basic- oder Profi-Tarif abschließen, wenn du dich nur vorübergehend in Deutschland aufhältst. Die Höchstversicherungsdauer beträgt 5 Jahre ab dem Tag deiner Einreise.

Versicherungsdauer Tarif Basic in Euro Tarif Profi in Euro
bis 93 Tage 1,70 (ab 65 Jahren 3,50) 2,50 (ab 65 Jahren 4,50)
94 Tage bis bis 5 Jahre 2,40 (ab 65 Jahren 8,60) 3,40 (ab 65 Jahren 12,70)

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