Versicherungen für Studenten

Krankenversicherung und Einkommen als Student

Wer während des Studiums ein eigenes Einkommen erzielt, zum Beispiel aus einer abhängigen Beschäftigung oder einer selbständigen Tätigkeit, muss als Student in Sachen Krankenversicherung einige Dinge beachten.

Das Werkstudentenprivileg

Eingeschriebene Vollzeit-Studenten, die in der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten – mehrere gleichzeitige Beschäftigungen werden zusammengerechnet -, werden unabhängig von der Entgelthöhe nicht als Arbeitnehmer versicherungspflichtig und behalten ihren studentischen Krankenversicherungsschutz.

Familienversicherte Studenten müssen jedoch beim Verdienst aufpassen, wollen sie ihren beitragsfreien Krankenversicherungsschutz nicht verlieren, siehe unten. Freiwillig in der GKV versicherte Studenten müssen höhere Krankenversicherungsbeiträge zahlen, wenn sie beitragspflichtige Einnahmen über der Mindestbemessungsgrundlage erzielen.

Ebenfalls besteht Versicherungsfreiheit in der GKV für eine befristete Beschäftigung von Studierenden, die mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten, diese Mehrstunden aber am Wochenende, in den Abend- und Nachtstunden liegen oder es sich um die Semesterferien handelt. Arbeitet der Student in einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis lediglich in den Semesterferien mehr als 20 Wochenstunden, so besteht weiterhin Versicherungsfreiheit für die Beschäftigung.

Aber aufgepasst: Es darf immer nur maximal 26 Wochen im Laufe eines Beschäftigungsjahres mehr als 20 Stunden in der Woche gearbeitet werden, ohne dass der Status als „ordentlicher Studierender“ verloren geht und man Arbeitnehmerstatus erlangt.

Wer das sogenannte Werkstudentenprivileg nicht erfüllt, kann jedoch sozialversicherungsfrei beschäftigt sein, wenn er einer geringfügig entlohnten (sogenannter 450 €-Minijob mit Pauschalabgaben durch den Arbeitgeber; Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, Befreiung davon ist möglich) oder kurzfristigen Beschäftigung (max. 3 Monate bzw. 70 Arbeitstage in einem Kalenderjahr, Versicherungsfreiheit in allen Zweigen der Sozialversicherung) innerhalb der Geringfügigkeitsregeln nachgeht.

Selbständige Erwerbstätigkeit im Studium

Übst du als Student eine selbstständige Erwerbstätigkeit hauptberuflich aus, so bist du nicht als Student in der GKV versicherungspflichtig (§ 5 Abs. 5 SGB V) und kannst dich auch nicht bei einem Familienangehörigen (Elternteil, Ehegatte oder Lebenspartner) mitversichern, der Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist (Familienversicherung).

Wenn du von keinem anderen der nach § 5 Abs. 5 SGB V noch in Frage kommenden Versicherungspflichttatbestände erfasst wirst, bist du dann nicht versicherungspflichtig in der GKV. Warst du unmittelbar vor Aufnahme der hauptberuflichen Selbständigkeit gesetzlich krankenversichert, so bleibst du als freiwilliges Mitglied in der GKV oder wechselst in die private Krankenversicherung. Als zuvor privat krankenversicherter Student bleibst du weiter in diesem System versichert. Du kannst erst wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren, wenn Versicherungspflicht in der GKV eintritt.

Gesamteinkommen bei der GKV-Familienversicherung

Für die beitragsfreie Familienversicherung in der GKV ist das sogenannte regelmäßige, monatliche Gesamteinkommen entscheidend. Dabei sind 435 € (2018, entspricht 1/7 der monatlichen Bezugsgröße von 3.045 €) „erlaubt“, bevor du als Student deinen beitragsfreien Krankenversicherungsschutz verlierst und dich selbst versichern musst, entweder als versicherungspflichtiger Student in einer gesetzlichen Krankenkasse, sofern kein anderer Versicherungstatbestand Vorrang hat, oder als freiwilliges Mitglied (entweder unter den Voraussetzungen des § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB V bei jeder nach § 173 SGB V wählbaren Krankenkasse oder zunächst weiter bei der bisherigen gesetzlichen Krankenkasse durch die obligatorische Anschlussversicherung). Bei Ausübung eines Minijobs steigt das erlaubte regelmäßige, monatliche Gesamteinkommen auf 450 €.

Zum Gesamteinkommen zählen nicht nur Einnahmen aus einer selbständigen Tätigkeit oder abhängigen Beschäftigung sondern bspw. auch Einnahmen aus Kapitalvermögen (Zinsen, Dividenden, usw. nach Abzug des Sparer-Pauschbetrages) oder etwaige Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung.

Da bei der Ermittlung des Gesamteinkommens die Werbungskosten bzw. die entsprechenden Pauschbeträge (2018 = 1.000 Euro/jährlich bzw. 83,33 Euro/monatlich) abzuziehen sind, wirkt sich im Endeffekt eine versicherungsfreie Beschäftigung bis zu einem monatlichen Arbeitsentgelt in Höhe von 518,33 Euro nicht auf die Familienversicherung aus (518,33 € – 83,33 € = 435 €), sofern keine weiteren anrechenbaren Einkünfte vorhanden sind.

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