Versicherungen für Studenten

Krankenversicherung nach dem 14. Fachsemester

Mit Abschluss des 14. Fachsemesters in deinem Studiengang endet für dich als versicherungspflichtiger Student nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V – unabhängig von deinem Alter – regulär die Versicherungspflicht und gemäß den grundsätzlichen Hinweisen des GKV-Spitzenverbandes vom 6. Dezember 2017 die etwaige studentische Pflichtmitgliedschaft in deiner gesetzlichen Krankenkasse. Wenn du (später) den Studiengang wechselst, kannst du jedoch grundsätzlich wieder versicherungspflichtig nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V werden, sofern du unter 30 bist (darüber hinaus bei einer Verlängerung der Versicherungspflicht) und die weiteren Voraussetzungen der Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V erfüllst.

Ein automatisches Wechselrecht von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung besteht nach Ende des 14. Fachsemesters nicht. Selbst wenn eine beantragte Befreiung von der Versicherungspflicht nicht mehr wirkt, muss ein Versicherungspflichttatbestand in der GKV, ein Anspruch auf Familienversicherung in der GKV oder ein Beitrittsrecht nach § 9 SGB V vorliegen, um sich gesetzlich krankenversichern zu können.

In der privaten Krankenversicherung kann der Abschluss des 14. Fachsemesters aufgrund der Vertragsfreiheit je nach Lage insofern Auswirkungen haben, als dass beispielsweise die Versicherungsfähigkeit in einem Ausbildungstarif endet und sich das Versicherungsverhältnis in einem Normaltarif fortsetzt.

Obligatorische Anschlussversicherung (§ 188 Abs. 4 SGB V)

Für alle, deren Versicherungspflicht (oder auch Familienversicherung) in der GKV endet, setzt sich die Versicherung nach § 188 Abs. 4 SGB V als freiwillige Mitgliedschaft bei derselben Krankenkasse fort (obligatorische Anschlussversicherung), wenn keine Ausschlusstatbestände vorliegen, wobei als solche insbesondere ein neuer Tatbestand der Versicherungspflicht in der GKV, eine Familienversicherung in der GKV oder ein nachgehender Leistungsanspruch nach § 19 SGB V, an den sich eine anderweitige Absicherung im Krankheitsfall nachweisbar anschließt, infrage kommen.

Das Zustandekommen der obligatorischen Anschlussversicherung kann vermieden werden, wenn du innerhalb von zwei Wochen nach Hinweis der Krankenkasse über die Austrittsmöglichkeiten deinen Austritt erklärst und das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall nachweist. Als solcher Nachweis gilt zum Beispiel die „Folgeversicherungsbescheinigung“ einer privaten Krankenversicherung, du könntest dich also zu diesem Zeitpunkt privat krankenversichern. Bindungsfristen an die Krankenkasse sind beim Austritt übrigens nicht einzuhalten.

Du kannst deine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse auch noch später unter Berücksichtigung der Kündigungsfrist, jedoch ohne auf die 18-monatige Bindungsfrist schauen zu müssen, kündigen, um dich privat krankenzuversichern (fürs Wirksamwerden muss auch hier wieder das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall nachgewiesen werden). Aufgepasst für alle, die einen oder mehrere Wahltarife ihrer gesetzlichen Krankenkasse abgeschlossen haben, deren besondere Bindungsfristen sind nämlich bei der Kündigung zu beachten (nicht aber beim Austritt)!

Tipp: Prüfe unbedingt eine Verlängerung der Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V, da die Beiträge als freiwillig Versicherter in der GKV deutlich höher sind als in der gesetzlichen Krankenversicherung der Studenten (KVdS)!

Wechsel zu einer besseren gesetzlichen Krankenkasse

Du kannst deine gesetzliche Krankenkasse direkt für die beginnende freiwillige Versicherung ohne Kündigungserfordernis wechseln. Voraussetzung ist, dass die Bindungsfristen bei deiner Krankenkasse erfüllt sind und du auch die Beitrittsvoraussetzungen des § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bzw. 2 SGB V erfüllst (Vorversicherungszeiten). Wenn du diese Option verpasst hast, kannst du natürlich auch später als schon freiwilliges Mitglied deine gesetzliche Krankenkasse wechseln, dann jedoch im Kündigungsverfahren.

Wann auch immer du deine gesetzliche Krankenkasse wechseln möchtest, füll einfach das folgende Formular aus und wir helfen dir:

sofern vorhanden
Derzeitige Absicherung im Krankheitsfall

Du kannst hier bis zur Vollendung deines 35. Lebensjahres eine sogenannte private incoming-Reisekrankenversicherung der HanseMerkur im Basic- oder Profi-Tarif abschließen, wenn du dich als Student, Stipendiat, Doktorand, Au-Pair, (Sprach-)Schüler, Teilnehmer eines Work&Travel-Programms oder nachweislich zur Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen vorübergehend in Deutschland aufhältst, sofern du eine ausländische Staatsangehörigkeit und einen ständigen Wohnsitz im Ausland hast. Die Höchstversicherungsdauer beträgt 5 Jahre ab dem Tag deiner Einreise.

Versicherungsdauer Tarif Basic in Euro Tarif Profi in Euro
bis 365 Tage 1,19 1,75
365 bis 1825 Tage 1,65 2,15

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Du kannst hier bis zur Vollendung deines 75. Lebensjahres eine sogenannte private incoming-Reisekrankenversicherung der HanseMerkur im Basic- oder Profi-Tarif abschließen, wenn du dich nur vorübergehend in Deutschland aufhältst. Die Höchstversicherungsdauer beträgt 5 Jahre ab dem Tag deiner Einreise.

Versicherungsdauer Tarif Basic in Euro Tarif Profi in Euro
bis 93 Tage 1,70 (ab 65 Jahren 3,50) 2,50 (ab 65 Jahren 4,50)
94 Tage bis bis 5 Jahre 2,40 (ab 65 Jahren 8,60) 3,40 (ab 65 Jahren 12,70)

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Welche Semester zählen bei der Fachsemestergrenze?

Die Fachsemestergrenze für die Versicherungspflicht als Student nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V bezieht sich immer auf einen Studiengang, der inhaltlich aus mehreren Studienfächern bestehen kann. So gibt es zum Beispiel beim Lehramtsstudium in der Regel mindestens zwei Studienfächer. Fachsemester, die in unterschiedlichen Studiengängen zurückgelegt wurden, werden nicht zusammengerechnet. Die Fachsemester eines Bachelor-Studiengangs und konsekutiven Masterstudiengangs hingegen schon! Urlaubssemester zählen nicht als Fachsemester.

Verlängerung der Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V

Zur Verlängerung der Versicherungspflicht als Student kannst du bei deiner gesetzlichen Krankenkasse einen Antrag stellen, der genehmigt wird, wenn die Art der Ausbildung oder familiäre sowie persönliche Gründe, insbesondere der Erwerb der Zugangsvoraussetzungen in einer Ausbildungsstätte des Zweiten Bildungswegs, eine längere Fachstudienzeit rechtfertigen. Nach Urteilen des Bundessozialgerichts geht das für den Fall nahtlos aneinandergereihter Hinderungsgründe wie Erkrankungen, Behinderung oder Erziehungszeiten aber maximal bis zur Vollendung des 37. Lebensjahres.