Versicherungen für Studenten

Gesetzliche Krankenversicherung

Studenten unterliegen gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 9 Satz 1 SGB V bis zum Ende des 14. Fachsemesters (eines Studiengangs, Urlaubssemester zählen nicht) oder dem 30. Lebensjahr der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn sie:

  • an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland eingeschrieben sind,
  • ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der BRD haben und
  • auf Grund über- oder zwischenstaatlichen Rechts kein Anspruch auf Sachleistungen besteht.

Es gibt aber Ausnahmen und Befreiungsmöglichkeiten von dieser Versicherungspflicht, zudem kann sie sich unter bestimmten Umständen über die eben genannten Grenzen auch verlängern.

Der Beitragssatz für gesetzlich pflichtversicherte Stundenten setzt sich seit dem 1.1.2015 aus dem reduzierten Beitragssatz in Höhe von 10,22 % (sieben Zehntel des allgemeinen Beitragssatzes 14,6 %) und dem kassenindividuellen Zusatzbeitragssatz zusammen. Anschließend findet dieser Anwendung auf den BAföG-Bedarfssatz für nicht bei den Eltern wohnende Studierende (derzeit 649 €). Somit werden im günstigsten Fall (Krankenkasse erhebt keinen Zusatzbeitrag, was aber keine macht) monatlich 66,33 € fällig.

Für die gesetzliche Pflegeversicherung werden von jeder gesetzlichen Krankenkasse 16,55 € beziehungsweise für Kinderlose ab 23 Jahren 18,17 € erhoben (2,55 % / 2,8 % auf 649 €).

Noch günstiger ist für Studenten nur die beitragsfreie Familienversicherung der GKV über ein Elternteil (maximal bis 25 Jahre, gegebenenfalls verlängert um eine Dienstzeit), Ehegatte oder Lebenspartner.

Der nachfolgende kostenfreie Online-Tarifvergleich für die gesetzlichen Krankenkassen berücksichtigt den neuen prozentualen Zusatzbeitrag. Wenn ihr die studentische Pflichtkrankenversicherung benötigt, wählt ihr bitte als Berufsgruppe „Student(in)“ und euer Bundesland (Wohnort oder Hochschulsitz, wenn abweichend) aus.

Krankenversicherung der Studenten (KVdS): Die „Spielregeln“

Von den im Vergleich zur freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung besonders günstigen Beiträgen (siehe oben 1. Absatz) der Krankenversicherung der Studenten (KVdS) kann nur profitieren, wer als Student versicherungspflichtig in der GKV ist. Studenten, die in ihrem Erscheinungsbild eher als Beschäftigter/Arbeiter/Angestellter/hauptberuflich Selbständige gelten, sind als solche versicherungspflichtig und nicht als Student, die KVdS bleibt ihnen verwährt. Das gleiche gilt für Empfänger von Renten, dazu zählen bspw. auch Waisenrenten.

Im Ausnahmefall kann die Versicherungspflicht nach Einzelfallprüfung durch die gesetzliche Krankenkasse auf Antrag verlängert werden und zwar wenn die Art der Ausbildung oder familiäre sowie persönliche Gründe, insbesondere der Erwerb der Zugangsvoraussetzungen in einer Ausbildungsstätte des Zweiten Bildungswegs, die Überschreitung der Altersgrenze oder eine längere Fachstudienzeit rechtfertigen. Nach Urteilen des Bundessozialgerichts geht das für den Fall nahtlos aneinandergereihter Hinderungsgründe wie Erkrankungen, Behinderung oder Erziehungszeiten aber maximal bis zur Vollendung des 37. Lebensjahres, dann ist endgültig Schluss mit der KVdS.

Freiwillige Versicherung in der GKV

Wer als „ordentlich Studierender“ die Grenzen endgültig überschreitet, kann sich in der GKV nur noch im Rahmen der freiwilligen Weiterversicherung für den Krankheitsfall absichern. Durch die Einführung der obligatorischen Anschlussversicherung (§ 188 Abs. 4 SGB V) zum 1. August 2013 ist die Erfüllung der erforderlichen Vorversicherungszeiten im System der gesetzlichen Krankenversicherung (24 Monate innerhalb der letzten 5 Jahre oder 12 Monate unmittelbar vor dem Ausscheiden aus der Versicherungspflicht) de facto nicht mehr erforderlich!

Alternativ zur freiwilligen Weiterversicherung in der GKV kommt noch eine private Krankenversicherung für Studenten in Betracht, die günstiger sein kann beziehungsweise einen an den eigenen Vorstellungen angepassten Leistungskatalog ermöglicht – welcher im Gegensatz zur GKV im übrigen nicht kürzbar ist!

Studierende, die sich für die freiwillige Versicherung in der GKV entscheiden, erhalten für maximal 6 Monate den Übergangstarif für Studierende in der Studienabschlussphase. Dieser besitzt einen GKV-Beitragssatz von 10,22 % aufs Einkommen, mindestens angenommen werden aber 991,67 € (neunzigste Teil der monatlichen Bezugsgröße: 2017 = 33,06 €, mtl. = 991,67 €), sodass sich für die Krankenversicherung 101,35 € zuzüglich des Beitrags unter Berücksichtigung des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes ergeben. Für die Pflegeversicherung zahlen Kinderlose über 23 Jahre 27,77 € beziehungsweise alle anderen 25,29 €.

Nach Ende des Übergangstarifs bleibt letztlich nur noch die normale gesetzliche freiwillige Versicherung oder eine private Krankenkasse. In der GKV wird dann der ermäßigte Beitragssatz in Höhe von 14,0 % zuzüglich des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes aufs jeweilige Einkommen fällig, mindestens aber monatlich 138,83 € (14,0 % Beitragssatz auf die gesetzliche Mindesteinkommensgrenze von 991,67 €). Dazu kommt der Beitrag für die Pflegeversicherung (mindestens 25,29 € bzw. 27,77 €).

GKV Beiträge für Studenten in der Übersicht

Beitragssatz Bemessungsgrundlage Monatsbeitrag 2017
Familienversicherung 0 € (beitragsfrei)
Pflichtversicherung (KVdS) 10,22 % + kZbs 649 € 66,33 € + kZb
„Übergangstarif“ 10,22 % + kZbs mindestens 991,67 €* mindestens 101,35* + kZb
Freiwillige Versicherung 14,0 % + kZbs mindestens 991,67 €* mindestens 138,83 €* + kZb

kZbs = kassenindividueller Zusatzbeitragssatz
kZb = kassenindividueller Zusatzbeitrag (= kZbs * Bemessungsgrundlage)

*In der freiwilligen Versicherung wird ein fiktives Mindesteinkommen angenommen, das auch für die Beitragsberechnung gilt, wenn dieses vom Versicherten gar nicht erreicht wird. Wird jedoch ein Einkommen über der Mindestbemessungsgrundlage erzielt, so wird anhand von diesem der GKV-Beitrag berechnet. Anders als bei den Pflichtversicherten bildet bei freiwillig Versicherten jedoch nicht nur das Bruttoarbeitsentgelt die Grundlage, sondern die gesamte wirtschaftliche Leistung. Dazu zählen unter anderem auch beispielsweise Einnahmen aus Kapitalvermögen und Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung!

Private Zusatzversicherungen sind möglich

Wer die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung aufbessern will, kann natürlich auch eine oder mehrere private Zusatzversicherungen abschließen. Ergänzend zum bestehenden Schutz der Krankenversicherung für Studenten empfiehlt sich in vielen Fällen eine Auslandskrankenversicherung (für Auslandsreisen, Auslandssemester/-praktika) oder eine Zahnzusatzversicherung.

Aber nicht jede Zusatzversicherung ist wirklich notwendig, der eigene Bedarf sollte vorher geprüft werden. Das geht über das Formular auf folgender Seite: finanzen.de Krankenzusatzversicherung. Einfach mit den korrekten, eigenen Daten ausfüllen und man wird von einem Fachmann kontaktiert sowie beraten.