Versicherungen für Studenten

Familienversicherung

Die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen gibt es in Deutschland nur in der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei einer privaten Krankheitskostenvollversicherung existiert eine solch günstige Form der Familienversicherung leider nicht. Dort ist für jedes Mitglied ein eigener Beitrag zu entrichten.

Familienversicherung in der GKV

Studenten können die beitragsfreie Familienversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung nutzen, sofern ein Elternteil (dann nur bis zum 25. Geburtstag, ggf. aber auch darüber hinaus), Ehegatte oder Lebenspartner (ohne Altersgrenze) Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist und die weiteren Voraussetzungen gemäß § 10 SGB V erfüllt sind (für die beitragsfreie Versicherung in der sozialen Pflegeversicherung nach § 25 SGB XI).

Den leiblichen Eltern gleichgestellt sind Stief-, Adoptiv-, Pflege- und Großeltern, wenn sie überwiegend den Lebensunterhalt für den Studenten bestreiten.

Familienversicherung über ein Elternteil

Studenten sind nur bis zum 25. Geburtstag über ein Elternteil mitversichert. Wird das Studium durch Erfüllung einer gesetzlichen Dienstpflicht unterbrochen oder verzögert, verschiebt sich die Altersgrenze von 25 Jahren bei der Familienversicherung durch ein Elternteil um diesen Zeitraum nach hinten. Dies gilt seit dem 1. Juli 2011 auch bei einer Unterbrechung oder Verzögerung durch den freiwilligen Wehrdienst nach Abschnitt 7 des Wehrpflichtgesetzes, einen Freiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz, dem Jugendfreiwilligendienstegesetz oder einen vergleichbaren anerkannten Freiwilligendienst oder durch eine Tätigkeit als Entwicklungshelfer im Sinne des § 1 Absatz 1 des Entwicklungshelfer-Gesetzes für die Dauer von höchstens zwölf Monaten.

Ohne Altersgrenze können Studenten beitragsfrei in der Familienversicherung eines Elternteils mitversichert sein, wenn sie als behinderte Menschen außerstande sind, sich selbst zu unterhalten und die Behinderung bereits zu einem Zeitpunkt vorlag, zu dem bereits Familienversicherung über ein Elternteil bestand.

Kinder von familienversicherten Studenten sind ebenfalls beitragsfrei versichert:

  • bis zum 18. Geburtstag
  • bis zum 23. Geburtstag, wenn sie nicht erwerbstätig sind
  • bis zum 25. Geburtstag, ggf. verlängert (siehe zwei Absätze zuvor), wenn sie sich in Schul- oder Berufsausbildung befinden oder ein freiwilliges soziales Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes oder Bundesfreiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz leisten
  • bei Behinderung ohne Altersgrenze (siehe vorheriger Absatz)

Studenten können sich gemäß § 10 Abs. 3 SGB V nicht über ein Elternteil familienversichern, wenn der mit dem Studenten verwandte Ehegatte oder Lebenspartner des Mitglieds nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist (also z.B. privat krankenversichert) und sein Gesamteinkommen regelmäßig im Monat ein Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt (JAEG, auch Versicherungspflichtgrenze genannt) und regelmäßig höher als das Gesamteinkommen des Mitglieds ist.

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Wann die Familienversicherung weiterhin ausscheidet

Die Möglichkeit der Familienversicherung entfällt, wenn Studenten in der gesetzlichen Krankenversicherung aus anderen Gründen versicherungspflichtig oder -frei sind bzw. werden oder von der Versicherungspflicht befreit sind. Studenten mit Job sind beispielsweise als Arbeitnehmer versicherungspflichtig in der GKV, wenn sie nicht mehr als ordentlich Studierender gesehen werden und keine geringfügige Beschäftigung (450 €-Minijob oder kurzfristige Beschäftigung) ausüben.

Studenten, die im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung hauptberuflich selbständig sind, können sich ebenfalls nicht in der GKV familienmitversichern.

Überschreitet das Gesamteinkommen des Studenten regelmäßig im Monat ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 SGB IV – im Jahr 2018 sind das 435 € – ist die Familienversicherung ebenfalls für ihn ausgeschlossen. Für geringfügig Beschäftigte nach § 8 Abs. 1 Nr. 1, § 8a SGB IV (sogenannte Minijobber) beträgt das zulässige Gesamteinkommen 450 €. Unschädlich ist es, wenn die genannten Grenzen in höchstens zwei aufeinanderfolgenden Monaten überschritten werden.

Kindergeld, Elterngeld, BAföG und Unterhaltszahlungen von den Eltern fließen in die Berechnung des Gesamteinkommen nicht mit ein, dafür aber weitere Einkünfte, wie z.B. Einnahmen aus Kapitalvermögen (Zinsen, Dividenden) oder Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Da es sich bei dem maßgeblichen Gesamteinkommen gemäß § 16 SGB IV um die Summe der Einkünfte im Sinne des Einkommensteuerrechts handelt, sind von den Bruttoeinnahmen die Werbungskosten abzuziehen. Bei nichtselbstständiger Tätigkeit (Beschäftigung) geschieht dies durch Abzug des Arbeitnehmerpauschbetrages von 1.000 € pro Kalenderjahr oder der tatsächlichen höheren Werbungskosten; bei Kapitalerträgen wird nur der Sparerpauschbetrag von 801 € pro Kalenderjahr abgezogen (höhere Werbungskosten können nicht abgezogen werden).

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Alternativen zur Familienversicherung

Ist die Familienversicherung in der GKV nicht (mehr) möglich, wird eine separate Krankenversicherung für Studenten nötig, entweder in der privaten Krankenversicherung oder in der gesetzlichen (Krankenversicherung der Studenten (KVdS) oder freiwillige GKV).

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