Versicherungen für Studenten

Auslandskrankenversicherung

Eine Auslandskrankenversicherung macht im Grunde für jeden Studenten Sinn, der ins Ausland geht: ob nur wenige Tage für einen Urlaub, Wochen für einen Sprachkurs, ein ganzes Semester oder noch länger. Denn die gesetzlichen Krankenkassen kommen nur für ambulante und stationäre Behandlungen inner­halb der EU und in Staaten, mit denen ein Sozial­versicherungs­abkommen besteht, auf. Es fehlen u.a.: die USA, Kanada oder Australien!

In der EU und in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen besteht für gesetzlich krankenversicherte Studenten zudem lediglich Anspruch auf diejenigen Sachleistungen, die vor Ort vorgeschrieben sind. Der Leistungskatalog variiert zwischen den Ländern zum Teil beachtlich, sodass es zu hohen landesüblichen Zuzahlungen kommen kann, die vom inländischen gesetzlichen Krankenversicherungsträger nicht übernommen werden.
Weiterhin übernimmt die deutsche GKV zum Beispiel auch keine zusätzlich anfallenden Kosten für medizinische Leistungen (z.B. privatärztliche) oder einen medizinisch sinnvollen / notwendigen Rücktransport!

Bei privat krankenversicherten Studenten kommt es auf die jeweiligen Versicherungsbedingungen an, welchen Schutz sie bei Auslandsaufenthalten besitzen (Dauer – oft nur 1-3 Monate! -, Leistungsumfang, etc.). Als Privatversicherter kann eine Auslandsreisekrankenversicherung auch empfehlenswert sein, um einen etwaigen Anspruch auf Beitragsrückerstattung nicht zu gefährden!

Auslandskrankenversicherung für kurze Reisen

Gehst du nur für einen kurzen Zeitraum ins Ausland, zum Beispiel für einen Urlaub, einen Sprachkurs, eine Exkursion oder ähnliches, so werden dafür Reisekrankenversicherungen angeboten, die Aufenthalte von bis zu 8 Wochen pro Reise versichern. Abgeschlossen werden können diese für Einzelreisen oder als Jahresversicherung, bei der dann auch gleich mehrere Einzelreisen von bis zu 8 Wochen im Jahr versichert wären.

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Auslandskrankenversicherung für längerfristige Reisen

Mittlerweile hat jeder dritte deutsche Hochschulabsolvent laut einer Studie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und des HIS-Instituts für Hochschulforschung während des Studiums mindestens ein Semester im Ausland verbracht. Aus gutem Grund, denn Auslandserfahrung und Fremdsprachenkenntnisse gehören in vielen Branchen heute zum Standard.

Im Gegensatz zu kurzfristigen Auslandsaufenthalten benötigen Studenten fürs Auslandsstudium einen langfristigen Auslandskrankenversicherungschutz („outgoing“, Studenten, die aus Deutschland ins Ausland gehen).

Wer nicht einschätzen kann, wie lange er / sie im Ausland genau verweilen wird, für den lohnt es sich gleich einen längeren Aufenthalt zu versichern. Bleibt man dann kürzer als geplant, kann man sich in der Regel den restlichen Beitrag vom Versicherer zurück­holen. Nachversichern ist hingegen oft nur eingeschränkt und mit einigen Nachteilen möglich!

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Ausgezeichnete private Auslandskrankenversicherungen

In der Ausgabe 09/2016 der Zeitschrift Finanztest hat die Stiftung Warentest 67 Angebote für langfristige Auslands­reise-Kranken­versicherungen (für Reisen mit einer Dauer bis zu einem Jahr) in vier Kategorien über­prüft und bewertet:

  • Auslandskrankenversicherung mit weltweiter Gültigkeit
  • Auslandskrankenversicherung mit regional eingeschränkter Gültigkeit (ohne USA, teilweise weitere Länder)
  • Auslandskrankenversicherung für junge Leute mit weltweiter Gültigkeit
  • Auslandskrankenversicherung für junge Leute mit regional eingeschränkter Gültigkeit (ohne USA, teilweise weitere Länder)

In den beiden ersten Kategorien, der Auslandskrankenversicherung sowohl mit weltweiter Gültigkeit als auch mit regional eingeschränkter Gültigkeit, wurde die Concordia Testsieger. Ebenfalls sehr gut bewertet wurde der Tarif TravelSecure. In den Bereichen für junge Leute / Studenten stellt die ERV in beiden Kategorien den Testsieger.

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Leistungsumfang privater Auslandskrankenversicherungen

In der Regel übernehmen die privaten Auslandskrankenversicherungen keine Kosten für anfallende Behandlungen, die aufgrund einer bereits vorab bestehenden Behinderung oder chronischen Krankheit im Ausland notwendig werden. Der Schutz bezieht sich oft also nur auf unvorhersehbare Krankheits- und Unfallfälle, die im Ausland erstmalig auftreten. „Leistungsstärkere“ Tarife bieten aber die Übernahme von Kosten für nachweisbare Verschlechterungen bestehender Vorerkrankungen an. Eine ansonsten in der PKV übliche Gesundheitsprüfung wird oft nicht mehr verlangt.

Weiterhin erstatten viele privater Auslandskrankenversicherungen im Rahmen der im Versicherungsvertrag festgelegten Höchstbeträge Kosten für:

  • ambulante und stationäre ärztliche Behandlungen sowie für die erforderlichen Arznei- und Verbandmittel,
  • Erstattung der Transportkosten zum nächstgelegenen anerkannten Krankenhaus,
  • Operationen,
  • schmerzstillende Zahnbehandlungen und Zahnfüllungen,
  • Überführungen im Todesfall und Bestattungen im Ausland.

Zusätzlich empfiehlt sich der Abschluss einer Reisehaftpflicht- und Reiseunfallversicherung, sofern man keine Privathaftpflicht- beziehungsweise Unfallversicherung mit Weltgeltung besitzt (eventuell auch über die Eltern, prüfen)!

Ausführlich: Die gesetzliche Krankenversicherung bei Auslandsaufenthalten

Grundsätzlich werden die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung nur im deutschen Inland erbracht. Ausnahmen gibt es aber durch zwischen- und überstaatliche Regelungen.

1. Aufenthalte in Ländern der EU, des EWR, Schweiz und mit Sozialversicherungsabkommen

Sofern man weiterhin in Deutschland (als Student) versicherungspflichtig in der GKV bleibt und in ein EU-Land, Island, Liechtenstein oder Norwegen (Staaten des europäischen Wirtschaftsraums), die Schweiz oder ein anderes Gastland reist, mit dem die BRD ein entsprechendes Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat (z.B. Israel, Kroatien, Tunesien, Türkei), werden über den ausländischen Krankenversicherungsträger Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse auch im Ausland erbracht.

Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Spanien, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern, Bulgarien und Rumänien.

Studenten sollten vor dem Reiseantritt unbedingt nochmal mit ihrer gesetzlichen Krankenkasse über Leistungsumfang und Besonderheiten bei der Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen des Gastlandes sprechen. Darüber hinaus sollten sie ihre elektronische Gesundheitskarte (vormals Krankenversicherungskarte) mitnehmen, auf deren Rückseite die „Europäische Krankenversicherungskarte“ (EHIC) ausgewiesen ist. Sollte dies nicht der Fall sein, sollte man sich ersatzweise eine Anspruchsbescheinigung ausstellen lassen.

2. Aufenthalt in einem „sonstigen Land“

Verbringt man seinen Auslandsaufenthalt in einem Land, mit dem die BRD kein umfassendes Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat – z.B. die USA, Kanada, Australien oder Mexiko – erbringt die gesetzliche Krankenkasse in der Regel keine Leistungen. Deshalb müssen sich Studierende in diesem Fall entsprechend den Ansprüchen des Gastlandes privat versichern. Hier gehts direkt zu unserem Tarifvergleich & Angebotsrechner.

Da private Auslandsreisekrankenversicherungen in der Regel bestehende Vor- bzw. chronische Erkrankungen nicht mitversichern (vergleiche dazu oben), ergibt sich hier für Studierende ein Problem, wenn während des Auslandsaufenthaltes eine Behandlung unverzüglich erforderlich wird. Die Kosten wären dann nämlich aus eigener Tasche zu zahlen. Gemäß SGB V § 18 Absatz 3 besteht jedoch die Möglichkeit, in diesen Ländern eine (teilweise) Kostenübernahme durch die deutsche Krankenkasse zu erwirken, wenn die Behandlung so auch in Deutschland möglich wäre. Hierzu ist der Kasse vor Antritt des Auslandsaufenthaltes nachzuweisen, dass du dich wegen einer Vorerkrankung oder deines Alters nachweislich nicht versichern konntest. Die Kosten werden nur bis zu der Höhe, in der sie im Inland entstanden wären, übernommen.