Versicherungen für Studenten

Richtig abgesichert ins neue (Fach-)Semester

Letzte Aktualisierung am 04.01.2018 von admin

Nach den Osterfeiertagen setzen in der Bundesrepublik hunderttausende Studenten mit dem Beginn des Sommersemester ihr Hochschulstudium fort (sogenannte Rückmelder). Das ist gleichermaßen auch der richtige Zeitpunkt um seinen Versicherungsbedarf und -schutz auf den Prüfstand zu bringen.

Versicherungen für „Rückmelder“ (Studenten im höheren Fachsemester)

Kranken- und Pflegeversicherung

Gesetzliche Pflicht für alle Personen mit Wohnsitz in Deutschland ist die Absicherung für den Krankheits- und Pflegefall (Kranken– und Pflegeversicherung).

Im höheren Fachsemester ergeben sich folgende Krankenversicherungsmöglichkeiten:

  1. Gesetzliche Krankenversicherung
    • Familienversicherung: Studenten können sich unter bestimmten Voraussetzungen beitragsfrei über ein Elternteil (bis zum 25. Lebensjahr und eventuell auch darüber hinaus), Ehegatten oder Lebenspartner in der GKV familienmitversichern.
    • Pflichtmitgliedschaft in der GKV: Regelmäßig profitieren „ordentlich Studierende“ bis zum Ende des 14. Fachsemesters oder der Vollendung des 30. Lebensjahres von den günstigen Beiträgen der gesetzlichen Krankenversicherung der Studenten (KVdS).
    • Freiwillige Versicherung: Für alle, die als Student nicht mehr versicherungspflichtig in der GKV sind, regulär beispielsweise ab dem 15. Fachsemester oder ab einem Alter von 30 Jahren.
  2. Private Krankenversicherung
    • Nach Befreiung von der Versicherungspflicht in der GKV (beispielsweise wenn nach Ende der GKV-Familienversicherung Versicherungspflicht in der GKV als Student eintritt), oder
    • wenn keine Versicherungspflicht in der GKV mehr vorliegt (beispielsweise Student wird 30 Jahre alt, erreicht das 15. Fachsemester, Hochschule nicht staatlich anerkannt, Student wird hauptberuflich selbständig, …).
  3. Aufgepasst: Die Entscheidung für eine Befreiung von der Versicherungspflicht in der GKV gilt unwiderruflich für die gesamte Dauer des Studiums! Die Befreiungswirkung endet erst bei einer sozialversicherungsrechtlich relevanten Unterbrechung oder nach Ende des Studiums (Exmatrikulation) mit dem Vorliegen eines anderen Versicherungspflichttatbestandes.

Die Pflegeversicherung folgt der Krankenversicherung: Gesetzlich krankenversicherte Studenten schließen dementsprechend die Pflichtversicherung bei der gleichen Kasse ab (keine eigenen Beiträge für Familienversicherte), privat Krankenversicherte bei ihrem PKV-Unternehmen (Pflegepflichtversicherung).

Auslandreisekrankenversicherung

Für einen Auslandsaufenthalt während des Studiums gehört eine private Auslandskrankenversicherung eigentlich unbedingt mit ins Reisegepäck. Das hat mehrere Gründe. Wenn man weiterhin in Deutschland in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, werden im Ausland zum einen nur Leistungen erbracht, wenn das Gastland mit der BRD ein entsprechendes Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat. Anspruch besteht zudem nur für diejenigen Sachleistungen, die vor Ort gesetzlich vorgeschrieben sind, das können also auch deutlich weniger als in Deutschland sein! Zusätzlich anfallende Kosten für medizinische Leistungen (zum Beispiel privatärztliche) oder ein notwendiger Rücktransport sind sowieso generell nicht in der GKV versichert!

Haftpflichtversicherung

Der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung ist zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben, wird aber regelmäßig als äußerst sinnvoll angesehen. Hier sollten sich Studenten zuerst vergewissern, ob sie eventuell weiterhin über die Police der Eltern (wenn diese eine haben) im Studium mitabgesichert sind. Selbst wenn dies der Fall ist, sollte man analysieren, ob der Elternschutz noch „zeitgemäß“ ist oder nicht mittlerweile im Marktvergleich größere Deckungslücken aufweist. Das gleiche gilt für den eigenen Schutz, wenn man ihn vor über zwei Jahren abgeschlossen hat.

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Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer als Student noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abgeschlossen hat, sollte damit nicht ewig warten. Die Verbraucherzentralen sehen einen Bedarf für jeden, der von seinem Arbeitseinkommen leben muss. Da man jederzeit berufs- oder erwerbsunfähig werden kann, auch während des Studiums – und damit dann vielleicht gar nicht ins richtige Arbeitsleben eintreten kann -, sollte man diese Absicherung so früh wie möglich unter Dach und Fach bringen. In der Regel sind Studenten auch gesünder, sodass eine Berufsunfähigkeitsversicherung „leichter“ und günstiger zu bekommen ist als zu einem späteren Zeitpunkt.

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Hausratversicherung

Nicht selten vergrößert sich im Verlaufe des Studiums der Mobiliarwert der eigenen Wohnung beziehungsweise des eigenen Zimmers. Wenn man bereits eine Hausratversicherung besitzt (oder über die Eltern mitversichert ist), sollte man insbesondere schauen, ob der Versicherungsschutz noch ausreichend ist oder man nicht „plötzlich“ schon unterversichert ist. Regelmäßig sollte auch der Versicherungsmarkt angeschaut werden, ob es nicht mittlerweile bessere Policen für einen gibt, die vielleicht sogar weniger kosten.

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Kfz-Versicherung

Wer als Student in Deutschland bereits ein zulassungspflichtiges Fahrzeug besitzt oder die Anschaffung plant, sollte wissen, dass mindestens der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung hierzulande vorgeschrieben ist. Studenten sollten prüfen, ob bei ihrem oder einem anderen Anbieter Rabattmöglichkeiten als „Akademiker“ (Berufsstand) bestehen. Wer bereits Kinder hat oder bekommt, kann oftmals auch bei der Autoversicherung sparen.

Für den, der seine Kfz-Versicherung gerne wechseln möchte, gibt es folgende Möglichkeiten: Ordentliche Kündigung zum Ende des Versicherungsjahrs (in der Regel bis 30.11.); Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhung; Fahrzeugwechsel oder Neuzulassung; außerordentliches Kündigungsrecht im Schadensfall.

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Unfallversicherung

Studenten, die an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen immatrikuliert sind, sind dort (unter anderem auch auf direktem Weg dahin beziehungsweise nach Hause) für sie selbst kostenfrei über die gesetzliche Unfallversicherung vor den Folgen eines Unfalls geschützt. Bei Unfällen, die in der Freizeit passieren, gibt es diesen Schutz nicht! Hier muss man entsprechend mit einer privaten Unfallversicherung die Deckungslücke schließen.

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Private Altersvorsorge / Sparen

Wer im Laufe der Studienzeit den oder anderen Euro über hat (beispielsweise weil er arbeiten geht oder gut spart), sollte schon mal ans Alter denken und dafür bereits private Vorsorge treffen. Die Möglichkeiten sind umfangreich. Einige Versicherungsprodukte werden vom deutschen Staat gefördert, wie zum Beispiel die Riester- oder Rürup- / Basis-Rente. Aber auch ungeförderte Produkte sind interessant, da sie mitunter bessere Renditen und mehr Flexibilität versprechen.

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