Versicherungen für Studenten

Höhere Zusatzbeiträge für gesetzlich Krankenversicherte in 2021

Letzte Aktualisierung am 19.10.2020 von admin

Beitragszahlende Mitglieder in den gesetzlichen Krankenkassen müssen sich in 2021 auf höhere Zusatzbeiträge einstellen. Denn von der für 2021 prognostizierten Finanzierungslücke in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Höhe von 16,6 Milliarden Euro, zum kleineren Teil in Folge der Corona-Pandemie (Tests, Impfstoffkosten, Behandlung von Covid-19-Patienten, Mindereinnahmen bei den Krankenkassenbeiträgen durch Kurzarbeit sowie Arbeitslosigkeit), zum größeren aber aufgrund der ausgabentreibenden Gesetzgebung in dieser Legislaturperiode, sollen lediglich 5 Milliarden durch einen höheren Bundeszuschuss aus Steuergeldern ausgeglichen werden.

Das restliche Geld soll von den gesetzlichen Krankenkassen kommen, indem sie einmalig 8 Milliarden aus ihren Reserven an den Gesundheitsfonds überweisen, weitere 3 Milliarden soll die Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrages von derzeit 1,1 % um 0,2 Prozentpunkte auf 1,3 % bringen.

Das geht aus dem vom Bundeskabinett an den Bundestag überwiesenen Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz hervor (GPVG). Das Gesetz soll am 26. oder 27. November in zweiter und dritter Lesung beraten und abgestimmt werden.

Ohne den ergänzenden Bundeszuschuss und die Zuführung der Milliarden aus den Reserven der Kassen an den Gesundheitsfonds würde sich der durchschnittliche Zusatzbeitrag in 2021 übrigens nach Berechnungen auf 2,19 % fast verdoppeln!

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag nach § 242a SGB V wird jährlich bis zum 1. November für das komplette Folgejahr vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf Empfehlung des GKV-Schätzerkreises (BVA, GKV-SV, BMG) festgelegt und bekanntgegeben.

Die Anhebung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags muss nicht automatisch bei jeder gesetzlichen Krankenkasse steigende Beiträge für die Mitglieder zur Folge haben. Denn wie hoch dieser Zusatzbeitrag ist, legt jede Krankenkasse individuell in ihrer Satzung fest, er liegt aktuell zwischen 0 und 2,7 %, eine Obergrenze gibt es nicht. Je nach finanzieller Situation könnte die jeweilige Krankenkasse unter Umständen auch ohne eine Erhöhung des kassenindividuellen Zusatzbeitrags auskommen oder um deutlich mehr als nur 0,2 % erhöhen müssen! Klarheit in dem Punkt wird es erst im Dezember geben, wenn die allermeisten Krankenkassen den Zusatzbeitragssatz für das kommende Jahr kommunizieren.

Wir raten bei einem Krankenkassenwechsel neben einem Blick u.a. auf die Zusatzleistungen, Service sowie dem aktuellem Zusatzbeitragssatz auch ein Auge auf die Rücklagen bzw. allgemeine Finanzstärke zu werfen.

Sonderkündigungsrecht bei Zusatzbeitragserhöhung

Die Erhöhung des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes eröffnet ein Sonderkündigungsrecht unabhängig von eventuell noch bestehenden Bindungsfristen. Eine Sonderregelung gibt es beim Wahltarif nach § 53 Abs. 6 SGB V (Krankengeld). Hier müssen Versicherte immer die Bindungsfrist ihrer Krankenkasse einhalten.

Das Sonderkündigungsrecht beginnt zu dem Zeitpunkt, an dem du schriftlich über den höheren Zusatzbeitrag informiert wirst. Spätestens bis zum Ablauf des Monats, in dem die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag zum ersten Mal erhebt oder ihn erhöht, muss die Kündigung eingereicht werden. Wirksam wird sie aber erst zum Ablauf des übernächsten Monats ab Kündigungseingang bei der Krankenkasse, man kann die Krankenkasse also nicht sofort verlassen. Bis dahin ist der erhöhte Beitrag zu zahlen. Somit lohnt es schon jetzt regulär zu kündigen und die Krankenkasse zu wechseln!

Weitere Beitragserhöhungen für gesetzlich versicherte Studierende

Weiterhin haben wir bereits über die Erhöhung des Beitrages für pflichtversicherte Studierende in der gesetzlichen Kranken- sowie sozialen Pflegeversicherung zum 01.10.2020 als auch die Erhöhung des Mindestbeitrages für freiwillig versicherte Studierende in 2021 berichtet. Es ist also Zeit, über einen Krankenkassenwechsel nachzudenken und so auch Beiträge zu sparen!

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Versicherungsdauer Tarif Basic in Euro Tarif Profi in Euro
bis 93 Tage 1,70 (ab 65 Jahren 3,50) 2,50 (ab 65 Jahren 4,50)
94 Tage bis bis 5 Jahre 2,40 (ab 65 Jahren 8,60) 3,40 (ab 65 Jahren 12,70)

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