Versicherungen für Studenten

Höhere Kranken- & Pflegeversicherungsbeiträge für versicherungspflichtige Studierende ab WS 2019/20

Veröffentlicht am 30.01.2019 von admin

Mit Beginn des Wintersemesters 2019/20 erhöht sich der gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag für alle nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V versicherungspflichtigen Studenten, je nach Krankenkasse um mehr als 170 Euro im Jahr! Hintergrund ist die zu diesem Zeitpunkt geplante (erste) Erhöhung des BAföG-Bedarfssatzes für Studenten, die nicht bei ihren Eltern wohnen. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf zur BAföG-Reform hat das Kabinett am 30.01.2019 beschlossen, er bedarf aber noch der Zustimmung des Bundestages.

Der monatliche BAföG-Bedarfssatz für auswärts wohnende Studierende, aktuell noch bei 649 Euro liegend, gilt in der gesetzlichen Krankenversicherung gemäß § 236 Abs. 1 SGB V für alle nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V versicherungspflichtigen Studenten als Grundlage für die Beitragsberechnung, unabhängig davon, ob und in welcher Höhe tatsächlich BAföG bezogen wird. Als Beitragssatz für nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 versicherungspflichtige Studenten gelten sieben Zehntel des allgemeinen Beitragssatzes (= 7/10 * 14,6 = 10,22).

Dementsprechend ergibt sich aktuell noch ein Mindest-Beitrag von monatlich 66,33 Euro für die gesetzliche Krankenversicherung der Studierenden (KVdS). Jede gesetzliche Krankenkasse in Deutschland erhebt jedoch mittlerweile einen eigenen Zusatzbeitragssatz, um ihre Kosten zu decken. Dazu kommt auch noch der Beitrag zur Pflegeversicherung, hier zahlen versicherungspflichtige Studenten 19,79 Euro im Monat, beziehungsweise kinderlose Studenten ab 23 Jahren 21,42 Euro im Monat.

Somit ergeben sich nach derzeitigem Stand für versicherungspflichtige Studenten nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V je nach Krankenkasse, Alter und Kinderstatus in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung Monatsbeiträge von insgesamt minimal 87,42 Euro bis zu maximal 98,78 Euro, also in jedem Fall noch von unter 100 Euro im Monat.

Beitragserhöhung für Studenten ab WS 2019/20 von mehr als 170 Euro im Jahr möglich

Bildungsministerin Anja Karliczek von der CDU plant mit ihrer BAföG-Reform eine zweistufige Anhebung der BAföG-Bedarfssätze für auswärts wohnende Studierende. Einmal zum Wintersemester 2019/20 auf 744 Euro im Monat und noch einmal zum Wintersemester 2020/21 auf dann 752 Euro im Monat.

Entsprechend erhöht sich der Mindestbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung für nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V versicherungspflichtige Studenten zunächst zum Herbst 2019 auf 76,04 Euro im Monat (zuvor 66,33 Euro, siehe oben), ein Jahr später auf 76,85 Euro. Dazu kommt noch der kassenindividuelle Zusatzbeitrag und der Pflegeversicherungsbeitrag (3,05 % bzw. 3,30 % für Kinderlose ab 23 Jahren, auf die Bemessungsgrundlage von 744 Euro = 22,69 Euro bzw. 24,55 Euro), sodass dann kein beitragspflichtiger Student mehr weniger als 100 Euro im Monat für seinen gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungsschutz zahlen wird! Je nach Krankenkasse bedeutet das eine Beitragserhöhung von über 170 Euro im Jahr!

Beitragsersparnis durch Krankenkassenwechsel als pflichtversicherter Student von bis zu 125 Euro im Jahr!

Durch die BAföG-Reform mit den neuen höheren Bedarfssätzen und in Folge dessen der erhöhten Bemessungsgrundlage für nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V versicherungspflichtige Studenten (ab WS 2019/20 744 Euro bzw. ab WS 2020/21 752 Euro anstelle von aktuell 649 Euro) wird sich auch der Beitragsunterschied durch den kassenindividuellen Zusatzbeitragssatz der Krankenkassen stärker auswirken. So lässt sich für dich als pflichtversicherten Studenten bei einem Krankenkassenwechsel im Jahr bis zu 125 Euro an Beitrag sparen*!

Jetzt Krankenkasse wechseln

Die neue Bemessungsgrundlage begründet kein Sonderkündigungsrecht der Mitgliedschaft in deiner gesetzlichen Krankenkasse. Das heißt, möchtest du noch vor der Beitragserhöhung zu einer gesetzlichen Krankenkasse mit einem geringeren Zusatzbeitragssatz wechseln, musst du mindestens 18 Monate Mitglied bei deiner Krankenkasse gewesen sein, rechtzeitig kündigen und die Mitgliedschaft bei der neuen Krankenkasse beantragen!

Wir stellen dir gern Mitgliedschaftsanträge für einen Wechsel zu einer günstigeren und besseren Krankenkasse zur Verfügung, einfach hier eine Anfrage abschicken:

Wie bist du aktuell im Krankheitsfall abgesichert?

BAföG-Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung

Der BAföG-Zuschlag zur Krankenversicherung soll durch die BAföG-Reform künftig auch den durchschnittlichen kassenindividuellen Zusatzbeitrag berücksichtigen, der seit 2015 von den gesetzlichen Krankenkassen auch von Studierenden erhoben wird. Er steigt von 71 auf 84 Euro im Monat, der Pflegeversicherungszuschlag von 15 auf 25 Euro.

Neu ist der höhere Zuschlag für Studierende, die ab 30 Jahren oder nach dem 14. Fachsemester in der Regel nicht mehr in der beitragsgünstigen studentischen Krankenversicherung versichert sein können und in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung höhere Kosten haben. Auch dieser neue höhere Zuschlag berücksichtigt zugleich den durchschnittlichen kassenindividuellen Zusatzbeitrag und beträgt nachweisabhängig 155 Euro im Monat, der Pflegeversicherungszuschlag 34 Euro.

Für privat krankenversicherte Studenten über 30 sieht der neue BAföG-Gesetzesentwurf vor, dass auch sie nachweisabhängig den höheren Zuschlag erhalten können (nämlich 155 Euro monatlich für Kranken- und 34 Euro für Pflegeversicherungsbeiträge).

*Berechnungsbeispiel: Wechsel als pflichtversicherter Student zum Wintersemester 2019/20 von der gesetzlichen Krankenkasse mit dem höchsten Zusatzbeitragssatz (1,6 %) zur günstigsten gesetzlichen Krankenkasse mit einem kassenindividuellen Zusatzbeitragssatz von 0,2 %