Versicherungen für Studenten

Steuererklärung für Studenten

Geschrieben am 27.01.2015 von admin

Die Anfertigung und Abgabe einer Steuererklärung ist für jeden Studenten empfehlenswert – aufgrund des sogenannten Verlustvortrags sogar bei gar keinem Einkommen (dazu weiter unten im Text mehr). Denn dieser Steuerbonus kann euch in den Folgejahren tausende Euro an Steuern ersparen!

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Abgabepflicht einer Steuererklärung für Studenten

Verpflichtet zur Abgabe einer Steuererklärung sind Studenten als Arbeitnehmer im Studentenjob unter anderem in folgenden Fällen:

  • bei Vorliegen anderer Einkünfte ohne Lohnsteuerabzug, zum Beispiel Vermietung oder Verpachtung, von mehr als 410 Euro (nach Abzug eines eventuellen Altersentlastungsbetrags und eines Freibetrags für Land- und Forstwirtschaft),
  • beim Bezug mehrerer Arbeitslöhne nebeneinander (Lohnsteuerklasse VI),
  • wenn auf der Lohnsteuerkarte oder auf der Ersatzbescheinigung Freibeträge eingetragen wurden,
  • wenn in speziellen Fällen Sonderzahlungen geleistet wurden, in diesem Fall ist die Lohnsteuerbescheinigung mit einem Kennbuchstaben markiert.

Steuerpflichtige Studenten ohne Arbeitslohn (Selbständige/Freiberufler inbegriffen) sind abgabepflichtig, wenn die Einkünfte (auch Mieteinnahmen oder Kapitaleinkünfte) über dem Grundfreibetrag (für 2015: 8.472 Euro; 2016: 8.652 Euro; 2017: 8.820 Euro) liegen.

Freiwillige Abgabe der Steuererklärung

Auch wer als Student nicht verpflichtet sein sollte, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, kann diese freiwillig einreichen, was wir von studentische-versicherungen.de jedem empfehlen – auch wer gar kein Einkommen erzielt. Denn wenn du als Student weniger Einnahmen als Ausgaben hast, entsteht ein steuerlicher Verlust. Und dieser Verlust kann als eine Art Steuerbonus Jahr für Jahr (sogenannter Verlustvortrag) vermerkt werden, der eingelöst wird, sobald das erste Mal Steuern zu zahlen sind.

„Problemlos“ geht das aktuell fürs Zweitstudium, etwa beim Master oder Aufnahme eines weiteren Bachelors, da studienbedingte Ausgaben hier nach aktueller Gesetzeslage Werbungskosten sind. In einem aktuell noch laufenden Verfahren, das jetzt beim Bundesverfassungsgericht liegt, soll geklärt werden, ob nicht auch Ausgaben für das Erststudium Werbungskosten darstellen und nicht nur Sonderausgaben sind (für die keine Verlustfeststellung / kein Verlustvortrag möglich ist).

Wann Studenten Lohnsteuer zahlen müssen

Studenten, die nebenbei oder in den Semesterferien arbeiten, gelten für die Lohnsteuer als Arbeitnehmer, sodass der Arbeitslohn dem Lohnsteuerabzug nach den allgemeinen Vorschriften unterliegt. Dem Arbeitgeber ist daher eine Lohnsteuerkarte vorzulegen, sofern nicht die Möglichkeit zur Pauschalierung der Lohnsteuer in Betracht kommt.

Im Allgemeinen ist es üblich, dass Studenten Lohnsteuerkarten vorlegen, auch wenn eine pauschalierungsfähige Teilzeit- oder Aushilfstätigkeit vorliegt. Die Arbeitgeber werden nämlich so von der Zahlung der pauschalen Steuern befreit und der Monatslohn des Studenten bleibt bei Vorlage einer Lohnsteuerkarte mit Steuerklasse I bis zu einer Höhe von monatlich 1.006 € steuerfrei (2017).

Aber auch bei höheren Monatslöhnen ist die Versteuerung nach Lohnsteuerkarte für Studenten oft günstiger als eine Pauschalierung der Lohnsteuer, weil die einbehaltene Lohnsteuer nach Ablauf des Kalenderjahrs vom Finanzamt wieder erstattet wird, wenn die Jahresarbeitslohngrenze (in Steuerklasse I für das Kalenderjahr 2017 9.856 €), bis zu der keine Lohnsteuer anfällt, nicht überschritten wird.

Abgabetermine der Einkommensteuererklärung

Wer pflichtveranlagt ist, muss die Steuererklärung bis zum 31. Mai des Folgejahres (für 2017 also bis zum 31.05.2018) beim Finanzamt abgeben. Eine Verlängerung ist möglich, wenn ein Antrag beim Finanzamt gestellt und eine Begründung angegeben wird. Bis zum 30. September geht das meist ohne Probleme. Bei Hilfe durch einen Steuerberater verlängert sich die Frist bis zum 31. Dezember, auf Antrag sogar bis zum 28. Februar des folgenden Jahres.

Wer die Steuererklärung freiwillig macht, kann sich damit vier Jahre Zeit lassen. Bis zum 31. Dezember 2017 kann also die Steuererklärung für 2013 bgegeben werden.

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Was Studenten in der Steuererklärung absetzen können

Studenten sollten möglichst jeden Cent geltend machen, um während des Studiums oder später im Berufsleben mehrere tausend Euro Steuern zu sparen. Die folgende Ausgaben können zum Beispiel als Student in Abzug gebracht werden:

  • Semesterbeiträge
  • Studiengebühren: inklusive Gebühren für Aufnahmetests, Prüfungen, Seminare, etc.
  • Anwalts- und Prozesskosten: Musste man sich ins Studium einklagen, sind bspw. auch diese Kosten von der Steuer absetzbar.
  • Versicherungen zur Gesundheitsvorsorge & Einkommensabsicherung: Kranken-, Haftpflicht– (auch für Tierhalter), Unfall-, Berufsunfähigkeits– oder Rentenversicherung.
  • Arbeitsmittel: Fachbücher, Mitschriften, Fotokopien, Druckerpapier, Fachzeitschriften, Bau- und Bastelmaterialien, Software, Büromaterial, aber auch Büromöbel, zum Beispiel Regale, Schreibtisch und Stuhl (ab 410,00 Euro netto über die Nutzungsdauer abzuschreiben).
  • Internet- und Telefonkosten, die durch Ausbildung oder Studium entstehen
  • Fahrtkosten: 30 Cent pro Fahrtkilometer (bei Vollzeitstudium nur einfache Strecke = Entfernungspauschale, auch Pendlerpauschale genannt) zur Hochschule / Bibliothek. Kosten für Hin- & Rückfahrt bei privaten Lern- und Arbeitsgemeinschaften.
  • Häusliches Arbeitszimmer: Ein häusliches Arbeitszimmer liegt nur dann vor, wenn dieses durch Wände und Tür(en) von der übrigen Wohnung abgetrennt ist. Zudem können die Kosten für ein Arbeitszimmer nur dann geltend gemacht werden, wenn es mindestens zu 90 Prozent ausschließlich für das Studium oder zu beruflichen Zwecken genutzt wird.
  • Zweitwohnung: Voraussetzung für das Absetzen der Miete für eine Zweitwohnung oder Zimmer am Studienort (doppelte Haushaltsführung) ist, dass der Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt woanders liegt und dort mindestens zehn Prozent der laufenden Kosten (Miete, Nebenkosten, Lebensmittel etc.) bezahlt werden. Zudem verlangt das Finanzamt weitere Belege, wie beispielsweise eine Meldebescheinigung des Erstwohnsitzes, Bahntickets bzw. Tankquittungen (als Nachweis für regelmäßigen Wochenendbesuche) oder eine Mitgliedschaft in einem Verein. Wöchentlichen Heimfahrten an den Erstwohnsitz, Umzugskosten, Mehraufwendungen für Verpflegung (nur für die ersten drei Monate) und Kosten für Einrichtungsgegenstände (Grundausstattung) können ebenfalls geltend gemacht werden.
  • Computer: Beträgt der private Nutzungsanteil 10 % oder weniger, kann der Computer zu 100 %, bei einem höheren privaten Nutzungsanteil nur um selbigen gekürzt, abgesetzt werden (BFH-Urteil, Aktenzeichen: VI R 135/01). Die Abschreibungsdauer für Desktop-PC, Notebook, Drucker, Monitor und anderes peripheres Zubehör beträgt 3 Jahre. Kostet ein (gebrauchtes) Gerät nicht mehr als 410 Euro plus Mehrwertsteuer und lässt es sich selbstständig nutzen, kann es sofort voll abgesetzt werden.
  • Auslandssemester: Reisekosten, Miete, Verpflegungspauschalen, Auslandskrankenversicherung, Kosten für Sprachtests z.B. TOEFL-Test, Studiengebühren / Semesterbeiträge, …
  • Studienreisen, Exkursionen: Reisekosten, Verpflegungspauschalen, Eintritt, …
  • Repetitorium (Wissenaufbereitung zur Vorbereitung auf Prüfungen)
  • Nachhilfe
  • Sprachkurse
  • Zinsen für ein Ausbildungsdarlehen, Bildungskredit
  • Druck und Binden von Studienarbeiten

Belege sammeln: Für viele Ausgabenposten der Steuererklärung für Studenten gibt es Pauschalen. Das heißt, wenn Du die letzten Jahre keine Belege gesammelt hast, bekommst Du auf jeden Fall die Pauschale angerechnet. Jedoch raten wir trotzdem unbedingt dazu, alle Ausgabenbelege zu sammeln und aufzubewahren, da dann auch tatsächlich höher entstandene Kosten über den Pauschalen berücksichtigt werden können!

Sonderausgaben oder Werbungskosten?

Generell kommen zwei Arten von Ausgaben für Studenten in Frage: Zum einen die Werbungskosten. Das sind zusammengefasst alle beruflich bedingten Ausgaben, vorweggenommen für die zukünftige Erwerbstätigkeit. Zum anderen gibt es die Sonderausgaben. Anders als Werbungskosten sind Sonderausgaben nur eingeschränkt absetzbar, es gilt ein Höchstbetrag von 6.000 Euro.
Was noch viel wichtiger ist: Sonderausgaben können nur für das Jahr ihres Entstehens geltend gemacht werden und da Studenten in der Regel keine oder nur geringe Einkünfte haben, profitieren sie selten von einer (vollen) Steuerminderung. Werbungskosten können hingegen unbegrenzt in die nächsten Jahre übertragen werden (sogenannter Verlustvortrag / Verlustfeststellung). Wenn dann nach dem Studium eine Berufstätigkeit aufgenommen wird – es muss ein sachlicher Zusammenhang zwischen der Ausbildung und der späteren Berufstätigkeit bestehen -, werden die vorweggenommenen Werbungskosten steuermindernd verrechnet.

Die Sache hat nur einen Haken: Die Aufwendungen für das Studium sind zwar letztlich alle mehr oder weniger beruflich bedingt. Als Werbungskosten können aber nur Ausgaben für ein duales Studium, ein Zweitstudium (auch der Master zählt als solches), eine Fort- oder Weiterbildung geltend gemacht werden. Kosten für das Erststudium sind nach aktueller Rechtslage Sonderausgaben.
Studenten müssen aber nicht zwangsläufig bereits ein erstes (Bachelor-)Studium in der Tasche haben, wenn sie den Werbungskostenabzug nutzen wollen. Es reicht, wenn eine mindestens zwölfmonatige Ausbildung mit einer Prüfung abgeschlossen wurde.

Wichtig: Auch wenn Du als Student eine eigene Steuererklärung abgibst, können deine Eltern in der eigenen Steuererklärung weiter den Ausbildungsfreibetrag von 924 Euro ansetzen. Ebenfalls unberührt bleibt ihr Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag.

BFH hält derzeitige Regelung für verfassungswidrig

Nach Auffassung des Bundesfinanzhofes (BFH) muss sich der Staat auch an den Kosten einer Erstausbildung (erste Berufsausbildung oder Studium) beteiligen und die Aufwendungen als Werbungskosten zulassen. Gesetzlich ist das bisher allerdings ausgeschlossen (§ 9 Abs. 6 EStG). Der BFH hält die Regelung im Einkommenssteuergesetz für verfassungswidrig und hat sie dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorgelegt (BFH, Beschluss vom 17.07.2014, Az. VI R 8/12 , Az. VI R 2/12).

Das bedeutet: Wer seinen Steuerbescheid schon bekommen hat, sollte mit Berufung auf die Einschätzung des BFH Einspruch einlegen. Das geht nur innerhalb von vier Wochen! In künftigen Steuererklärungen sollten die Studienkosten immer als Werbungskosten mit der Hoffnung, dass das Bundesverfassungsgericht zu Gunsten der Studenten urteilen wird, angegeben werden. Gegen einen zu erwartenden ablehnenden Steuerbescheid muss dann – mit Verweis auf den Streitfall – Einspruch eingelegt werden. Das Finanzamt akzeptiert dann entweder die Werbungskosten oder erklärt den Steuerbescheid als vorläufig. Sobald das BVerfG sein Urteil fällt, wird der Steuerbescheid dann gegebenenfalls neu erlassen.

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Mehr Infos:

http://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&nr=30693

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Die in diesem Artikel enthaltenen Infos stellen keine steuerliche Beratung oder Empfehlung dar. studentische-versicherungen.de übernimmt keine Gewähr und keine Haftung für deren Richtigkeit und Vollständigkeit.

2 Kommentare zu “Steuererklärung für Studenten”
  1. Richardam 25.04.2017 um 19:57

    „Als Werbungskosten können aber nur Ausgaben für ein duales Studium, ein Zweitstudium (auch der Master zählt als solches), eine Fort- oder Weiterbildung geltend gemacht werden.“ Das stimmt so nicht – das Masterstudium ist in den allermeisten Fällen wohl ein Erststudium.

  2. adminam 25.04.2017 um 23:14

    Das ist nicht korrekt. Auch ein Master-Studium gilt als zweites Studium, denn die Finanzämter erkennen den vorausgehenden Bachelor als erste abgeschlossene Berufsausbildung an. Daher können die Ausbildungskosten direkt als Werbungskosten berücksichtigt werden. Das ganze wird seit 2015 in § 9 Abs. 6 EStG klargestellt.

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