Versicherungen für Studenten

Studenten Versicherungen: Neues in 2015

Letzte Aktualisierung am 26.09.2018 von admin

Auch zum Jahresbeginn 2015 treten wieder zahlreiche neue Gesetze und Verordnungen in Kraft oder werden geändert, die für Studenten in Sachen Versicherungen & Finanzen Auswirkungen haben. Diese werden im folgenden Artikel näher dargestellt.

GKV Familienversicherung: Zulässiges Gesamteinkommen

Studenten, die über ein Elternteil, ihren Ehegatten oder Lebenspartner beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversichert sind, dürfen ab dem 1.1.2015 monatlich ein höheres (regelmäßiges) Gesamteinkommen erzielen, ohne dass sie sich selbst beitragspflichtig versichern müssen.

Ursächlich dafür ist die Anhebung der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 SGB IV von 2.765 € (2014) auf 2.835 € in 2015. Die monatliche Einkommensgrenze für familienversicherte Studenten darf 1/7 dieser Bezugsgröße regelmäßig nicht übersteigen. Für 2015 ergeben sich rechnerisch dementsprechend 405 € im Monat (vorher in 2013: 395 € / Monat). Bei Ausübung einer geringfügig entlohnten Beschäftigung (Minijob) liegt die Grenze unverändert bei 450 € im Monat.

Gesund­heits­karte Pflicht

Mit Beginn des Jahres 2015 hat die alte Kranken­versichertenkarte ausgedient. Bei einem Arzt­besuch wird nur noch die neue elektronische Gesund­heits­karte mit Licht­bild anerkannt.

Beiträge zur Sozialversicherung in 2015

Krankenversicherung

In der gesetzlichen Krankenversicherung sinkt der allgemeine Beitragssatz zum 1.1.2015 von 15,5 % auf 14,6 %. Zudem fällt der bisherige Sonderbeitrag von 0,9 % weg – die Kassen können von ihren Mitgliedern aber einen neuen prozentualen Zusatzbeitrag, über dessen Höhe sie selbst entscheiden, verlangen.

Studentische Pflichtversicherung

Der Beitragssatz für die studentische Pflichtversicherung (Krankenversicherung der Studenten, kurz KVdS) beträgt 7/10 des allgemeinen Beitragssatzes der gesetzlichen Krankenversicherung (§ 245 Abs. 1 SGB V), somit ab 2015 also 10,22 % zuzüglich des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes, der nicht ermäßigt wird, also auch bei Studenten voll anfällt. Die Bemessungsgrundlage wird 2015 unverändert bei 597 € (entspricht dem BAföG-Bedarfssatz für nicht bei den Eltern wohnenden Studenten) liegen.

In der gesetzlichen Krankenversicherung ergibt sich für Studenten somit für die Zeit ab dem 1.1.2015 ein Beitrag in Höhe von monatlich 61,01 € zuzüglich des Beitrags unter Berücksichtigung des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes.

Übergangs-/Examenstarif

Für den sogenannten Übergangstarif für Studierende in der Studienabschlussphase (maximal 6 Monate) beträgt der Beitragssatz 10,22 % zuzüglich des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes. Die Mindestbemessungsgrundlage (neunzigste Teil der monatlichen Bezugsgröße) liegt in 2015 neu bei 945 € (2014: 921,67 €). Somit ergibt sich ein Monatsmindestbeitrag für die Krankenversicherung von 96,58 € zuzüglich des Beitrags unter Berücksichtigung des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes.

Freiwillige Versicherung

Freiwillig gesetzlich krankenversicherte Studenten zahlen in 2015 den ermäßigten Beitragssatz (kein Anspruch auf Krankengeld) von 14,0 % zuzüglich des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes. Auch hier gilt die neue bundeseinheitliche Mindestbemessungsgrundlage in Höhe von 945 €. Ohne Zusatzbeitrag kommen Studis auf einen neuen Monatsbeitrag von mindestens 132,30 €.

Pflegeversicherung

In der Pflegeversicherung steigt im Kalenderjahr 2015 der bundeseinheitliche Beitragssatz um 0,3 Prozentpunkte. Für Kinderlose über 23 liegt er künftig bei 2,6 %, für die übrigen Versicherten bei 2,35 %.

Dementsprechend zahlen pflichtversicherte Studenten in der sozialen Pflegeversicherung neu 14,03 € beziehungsweise Kinderlose ab 23 Jahren 15,52 € im Monat und Freiwillig Versicherte gemäß ihrem Einkommen mindestens 22,21 € (Kinderlose über 23 Jahre mindestens 24,57 €).

Rentenversicherung

Der Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung sinkt durch die Beitragssatzverordnung 2015 von 18,9 % auf 18,7 %. In der knappschaftlichen Rentenversicherung sinkt der Beitragssatz auf 24,8 % (vormals 25,1 %).

Private Pflegepflichtversicherung

Beitragspflichtige Studenten in der privaten Pflegepflichtversicherung zahlen bis zum vollendeten 34. Lebensjahr einen eigenen Sonderbeitrag, der im Jahr 2015 neu bei 8,43 € / Monat liegt.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Prämien für Berufsunfähigkeitsversicherungen steigen in 2015 aufgrund des abgesenkten Höchstrechnungszins – auch Garantiezins genannt – (1,25 %, zuvor 1,75 %) und der höheren Mindestbeteiligung der Versicherten an den sogenannten Risikoüberschüssen. Von den höheren Prämien sind insbesondere junge Neukunden wie Studenten betroffen.

Hintergrund ist das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG), das ab 1. Januar 2015 in Kraft tritt und neben der Lebensversicherung auch Berufsunfähigkeitsversicherungen und Pflegeversicherungen betrifft.

Kfz Typ- und Regionalklassen für die Kfz-Haftpflichtversicherung ändern sich

Typklassen Umgruppierung

Wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte, werden 2015 in der Kfz-Haftpflichtversicherung 26 % der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge in eine andere Typklasse umgruppiert. Dementsprechend bleibt für 74 % alles beim Alten. Bei 14 % der Umgruppierungen verschlechtert sich die Typklasse. Bei rund 12 % verbessere sich die Typklasse.

In den Kasko-Versicherungen ergeben sich für zahlreiche Autofahrer günstigere Einstufungen. In der Vollkaskoversicherung profitieren knapp 36 % der Autofahrer von niedrigeren Klassen, während nur rund 10 % in eine höhere Typklasse eingestuft werden. Für die restlichen 54 % der angemeldeten Fahrzeuge bleibt alles beim Alten.

Ähnliche Ergebnisse ergeben sich auch für die Teilkaskoversicherung: Knapp 35 % der Fahrzeuge erhalten niedrigere, rund 12 % höhere Typklassen. Für 53 % der Teilkasko-Versicherten ändert sich die Typklasse nicht.

Die Typklassen sind für die Berechnung der Beiträge für Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherungen wichtig. Sie spiegeln die Unfall- und Schadensbilanz eines Automodells wider und werden von den Versicherungen jährlich an aktuelle statistische Entwicklungen angepasst. Werden für einen Typ weniger Schäden gemeldet und entschädigt, wird er in eine niedrigere Klasse eingestuft. Werden mehr Schäden gemeldet, läuft es anders herum.

Regionalklasseneinteilung für 2015

Bei der aktuellen Regionalklasseneinteilung der Kraftfahrzeuge gibt es 2015 nur wenige Veränderungen. Nach Angaben des GDV werden in der Kfz-Haftpflichtversicherung jeweils rund 13 % der Fahrzeuge herauf- oder heruntergestuft. Bei fast 74 % ändert sich nichts.

Auch in den Kaskoversicherungen bleiben für knapp 75 % der Fahrzeuge die bisherigen Regionalklassen erhalten; rund 13 % der Autofahrer profitieren von niedrigeren Einstufungen, für etwa 12 % ergeben sich höhere Regionalklassen.

Die Regionalstatistik spiegelt die Schadenbilanz einer bestimmten Region wider. Die jeweilige Regionalklasse wird vom Fahrverhalten der Autofahrer, von der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge und von den örtlichen Straßenverhältnissen beeinflusst. Außerdem werden in der Kaskoversicherung örtliche Besonderheiten berücksichtigt, wie die Diebstahlhäufigkeit, die Sturm- und Hagelschäden und die Anzahl der Wildunfälle.

Die Schadenbilanz jedes Zulassungsbezirks wird versicherungsmathematisch in einen Indexwert umgerechnet. Anhand dieses Indexwertes erfolgt die Einteilung in die jeweilige Regionalklasse. Zulassungsbezirke mit vergleichbarem Indexwert werden der gleichen Regionalkasse zugeordnet. Für die Haftpflicht gibt es 12, die Teilkasko 16 und die Vollkasko 9 Klassen.

Anhebung förderfähiger Anteil zur Basisrente (Rüruprente)

Bei der Anhebung des förderfähigen Anteils zur Basisrente (Rüruprente) ab 2015 handelt es sich eigentlich nicht um eine Änderung oder Neuerung, sondern nur um das konsequente Fortsetzen des „Programms“. Studenten, die bereits eine Basisrente für die private Altersvorsorge abgeschlossen haben, können 2015 80 % (2014 78 %) ihrer Beiträge als Sonderausgabe steuerlich geltend machen. Der förderbare Anteil steigt jedes Jahr um 2 % und wird ab 2025 die vollen 100 % erreichen.

Das neu verabschiedete „Zollkodexanpassungsgesetz“ sieht zudem vor, das der förderfähige Höchstbetrag für Beiträge zu einer Rüruprente künftig dynamisch an den – jährlich angepassten – Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung (West) gekoppelt wird. Der förderfähige Höchstbetrag errechnet sich aus dem geltenden Beitragssatz von 24,8 % (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) sowie der Beitragsbemessungsgrenze von 89.400 € in der knappschaftlichen Rentenversicherung in Westdeutschland. Somit können Ledige für das Jahr 2015 maximal 22.172 € für eine Basisrente von der Steuer absetzen.
Bislang durften Alleinstehende höchstens 20.000 € als Altersvorsorgeaufwand von der Steuer absetzen (gemeinschaftlich veranlagte Verheiratete 40.000 €).