Versicherungen für Studenten

Rentenversicherung

Als Student kommt ihr mit dem Thema Rente & Altersvorsorge vor allem dann in Kontakt, wenn es ums Jobben während des Studiums geht. In vielen Fällen muss man nämlich bereits selbst bzw. der Arbeitgeber in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

In einem gewissen Rahmen sollte man sich auch schon mit der eigenen privaten Altersvorsorge beschäftigen, sich einen Überblick verschaffen und bestenfalls erste Entscheidungen treffen. Denn umso eher man mit dem Zurücklegen und Sparen fürs Alter beginnt – auch wenn es nur ein paar Euro im Monat sind -, desto besser (Stichwort „Zinseszins“). Egal wie „uncool“ sich das vielleicht zunächst anhört. Ansonsten sind die Belastungen später ungleich größer.

Die gesetzliche Rentenversicherung – Studenten aufgepasst

Sobald man als Student eine Beschäftigung aufnimmt oder ein Praktikum absolviert, kommt man auch mit der gesetzlichen Rentenversicherung in Berührung. Entweder ist man (oder der Arbeitgeber) nämlich verpflichtet, Beiträge in selbige einzuzahlen oder eben nicht.

Kurzfristige Beschäftigungen

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist und bei einem Entgelt von über 450 € im Monat nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Die Höhe des Verdienstes ist dabei unerheblich. Kurzfristige Beschäftigungen (bei mehreren im Jahr dürfen die Grenzen insgesamt nicht überschritten werden) sind grundsätzlich nicht sozialversicherungspflichtig.

Dauerbeschäftigungen

In der gesetzlichen Rentenversicherung besteht für Studenten in „Dauerbeschäftigungen“ generell Versicherungspflicht, unabhängig vom Einkommen und der Wochenarbeitszeit. Das heißt, ein Werkstudentenprivileg existiert in diesem Sozialversicherungszweig nicht.

Den Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung von 18,7 % tragen Student und Arbeitgeber nicht in sämtlichen Fällen jeweils zur Hälfte.

Geringfügig entlohnte Beschäftigungen (Minijob / 450 € – Basis)

Seit dem 01.01.2013 besteht auch für neu aufgenommene geringfügig entlohnte Beschäftigungen (sogenannte Minijobs) auf 450 €-Basis Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Arbeitgeber entrichtet einen Pauschalbeitrag in Höhe von 15 Prozent bzw. 5 Prozent (bei Minijobs in Privathaushalten). Der Minijobber hat einen Eigenanteil in Höhe von 3,7 Prozent bzw. von 13,7 Prozent (bei Minijobs in Privathaushalten) zu tragen, das ist die Differenz zum aktuellen Renten­­ver­sich­erungs­beitragssatz (18,7 % – 15 % = 3,7 %).

Studenten, die als Minijobber nicht der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegen möchten, können sich jederzeit mit einem schriftlichen Antrag an den Arbeitgeber von dieser befreien lassen. Ihr zu zahlender Eigenanteil entfällt dann, während jedoch der Arbeitgeber weiter seinen Pauschalbeitrag zu zahlen hat. Eine Befreiuung von der Versicherungspflicht sollte wohl überlegt sein, denn man erwirbt dadurch keine Beitragszeiten in der Rentenversicherung!

Midijobs (Gleitzone)

Liegt der monatliche Bruttoverdienst zwischen 450,01 und 850 Euro, befindest du dich als Student in der sogenannten Gleitzone (Midijob). Hier braucht ihr als Arbeitnehmer nur einen reduzierten Beitragsanteil zur Rentenversicherung zahlen, außer man verzichtet darauf (um die vollen Rentenansprüche zu erwerben).

Selbständig tätige Studenten

Selbständig tätige Studenten sind bis auf einige Ausnahmen grundsätzlich nicht gesetzlich rentenversicherungspflichtig. Selbständige, die per Gesetz der Versicherungspflicht unterliegen, sind versicherungsfrei, wenn sie die selbständige Tätigkeit auf 450-Euro-Basis oder kurzfristig ausüben. Wer jedoch zahlen muss oder als freiwillig Versicherter in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, trägt den vollen Beitrag allein. Besonderheiten gibt es in der Künstlersozialversicherung.

Im Praktikum

Ein Praktikum vermittelt Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen im Rahmen einer betrieblichen Berufsbildung. Es gilt daher als Beschäftigung im Sinne der Sozialversicherung und ist grundsätzlich versicherungspflichtig. Aber es gibt Ausnahmen:

  • Vorgeschriebenes Zwischenpraktikum: Wer innerhalb seines Studiums ein in einer Ausbildungs-, Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebenes Praktikum absolviert, ist versicherungsfrei in allen Zweigen der Sozialversicherung. Dies gilt auch für ein während eines Urlaubsemesters abgeleistetes vorgeschriebenes Praktikum. Wochenarbeitszeit und Höhe des Verdienstes sind unerheblich.
  • Freiwilliges Zwischenpraktikum: Ein freiwilliges Praktikum im Studium, bei dem man nicht mehr als 450 Euro im Monat verdient, gilt als Minijob.
  • Vor- oder Nachpraktikum: Wer ein vorgeschriebenes Praktikum vor oder nach dem Studium absolviert, ist grundsätzlich als Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig. Das gilt auch, wenn das Praktikum im Rahmen der Geringfügigkeit bleibt, also zeitlich begrenzt ist auf höchstens drei Monate oder höchstens 450 Euro im Monat verdient werden. Ein solches Praktikum ist dann eine betriebliche Berufsbildung. Dafür gelten die Regelungen zur Versicherungsfreiheit geringfügiger Beschäftigungen nicht.

Anrechnungszeiten im Studium

Anrechnungszeiten gehören zu den beitragsfreien Zeiten. Obwohl keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden, können Zeiten dennoch für die spätere Rente zählen. Anrechnungszeiten sind beispielsweise Zeiten der Schulausbildung und des Studiums vom 17. Geburtstag an (jedoch max. insgesamt 8 Jahre). Ein Abschluss muss nicht nachgewiesen werden.

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Private Altersvorsorge für Studenten, staatlich gefördert

Riester-Rente

Studenten, die aufgrund einer abhängigen Beschäftigung oder selbständigen Tätigkeit rentenversicherungspflichtig sind (eine freiwillige Versicherung reicht nicht!) und der unbeschränkten Steuerpflicht unterliegen, gehören zum zulagenberechtigten Personenkreis für die Riester-Rente (Ehepartner von unmittelbar Förderberechtigten können unter Umständen auch die Förderung erhalten).

Sie können also schon während des Studiums die 154 € jährliche Grundzulage erhalten, wenn der Mindesteigenbeitrag (derzeit 4 % vom rentenversicherungspflichtigen Einkommen des Vorjahres) in den Riestervertrag eingezahlt wird. Zudem winkt der Berufseinsteiger-Bonus: Ein Riester-Sparer erhält im ersten Sparjahr eine um bis zu 200 € erhöhte Grundzulage, wenn er am 1. Januar des Jahres, in dem er den Vertrag schließt, sein 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, unmittelbar zulagenberechtigt ist und nach dem 31. Dezember 1982 geboren ist.

Rürup-Rente

Aber auch Studenten, die nicht riestern dürfen, können eine staatlich begünstigte Form der Altersvorsorge betreiben und zwar mit der sogenannten Basis- bzw. Rürup-Rente. Hier profitiert man von steuerlichen Vorteilen (Geltendmachung als Sonderausgabe). Sie ist also besonders für Studenten interessant, die den jährlichen Einkommenssteuergrundfreibetrag von derzeit 8.820 € (2017) überschreiten werden.

2017 ist der als Sonderausgaben abziehbare Höchstbetrag für die Rürup-Rente auf 84 % aus 23.362 € bei Ledigen (also 19.624 €) und 46.724 € bei gemeinschaftlich veranlagten Verheirateten (also 39.248 €) begrenzt. Dieser förderfähige Höchstbetrag errechnet sich aus dem geltenden Beitragssatz von 24,8 % (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) sowie der Beitragsbemessungsgrenze von 94.200 € in der knappschaftlichen Rentenversicherung in Westdeutschland.

Private Rentenversicherung

Neben den klassischen und fondsgebundenen Rentenversicherungen mit Riester- oder Rürup-Förderung gibt es auch Versicherungsprodukte ohne Förderberechtigung. Diese müssen weder schlechter noch besser sein. Hier gilt es sich von einem versierten Finanz-/Versicherungsexperten individuell beraten zu lassen.

Es ist aber in jedem Fall sinnvoll, privat fürs Alter vorzusorgen, denn die gesetzliche Altersrente allein ist immer weniger in der Lage, den Lebensstandard nach dem Ende des Erwebslebens zu halten. Das gilt insbesondere für die heutige junge Generation, also Studenten, die erst in mehreren Jahrzehnten das reguläre Rentenalter erreichen. Umso eher man also mit der privaten Vorsorge beginnt, auch wenn es nur kleine monatliche Beträge sind, desto geringer ist die spätere Belastung.

Es gibt verschiedene Formen der privaten Rentenversicherung. Eine Rentenversicherung mit aufgeschobener Rentenzahlung zeichnet sich durch eine Ansparung von Kapital mit laufenden Beitragszahlungen aus. Sobald der vertraglich vereinbarte Zeitpunkt erreicht wird, erfolgt die lebenslange Auszahlung der monatlichen Rente. Weiterhin verfügt man oft über ein sogenanntes Kapitalwahlrecht (bei der Riesterrente max. 30%, bei der Rüruprente gibt es kein Kapitalwahlrecht). Das bedeutet, dass vor der Fälligkeit des Versicherungsvertrages zwischen einer einmaligen Kapitalleistung oder der lebenslangen, monatlichen Rentenzahlung gewählt werden kann. Ebenfalls positiv ist, dass in der Regel keine Gesundheitsprüfung bei Abschluss einer privaten Rentenversicherung gefordert wird.

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