Versicherungen für Studenten

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist eine Versicherung zur Vorsorge in Bezug auf das Risiko der Pflegebedürftigkeit. In Deutschland unterscheidet man die gesetzliche soziale Pflegeversicherung, die private Pflege(pflicht)versicherung und die freiwilligen privaten Pflegezusatzversicherungen.

Pflegeversicherung folgt Krankenversicherung

Die gesetzliche soziale Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung für alle Versicherungspflichtigen und freiwilligen Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung. Darüber hinaus besteht eine beitragsfreie Familienversicherung. Privat Krankenversicherte müssen beim PKV-Unternehmen zur Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit eine sogenannte Pflegepflichtversicherung abschließen. Damit besteht in Deutschland für alle Personen bzw. Krankenversicherte eine Versicherungspflicht in der Pflegeversicherung.

Die private Pflegezusatzversicherung stellt eine freiwillige Absicherung da. Sie soll finanzielle Lücken schließen, die soziale Pflegeversicherung bzw. private Pflegepflichtversicherung, insbesondere bei der Unterbringung in Heimen, hinterlassen.

Hier kann man schon als Student vorsorgen und bspw. eine Pflegetagegeldversicherung abschließen. Umso eher dies geschieht, desto günstiger und problemloser (Stichwort Gesundheitsprüfung) ist der Abschluss im Regelfall.

Der folgende Rechner ermöglicht einen kostenfreien und unverbindlichen Vergleich:

Studenten in der gesetzlichen, sozialen Pflegeversicherung

Studenten, die an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen eingeschrieben sind, soweit sie nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Fünften Buches der Krankenversicherungspflicht unterliegen, sind versicherungspflichtig in der sozialen Pflegeversicherung.

Die Versicherungspflicht als Student besteht demnach bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters, jedoch längstens bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres. Die genannten Grenzen für die Pflichtversicherung können in bestimmten Fällen überschritten werden.

Die regulären Beitragssätze in der sozialen Pflegeversicherung betragen aktuell 2,55 % bzw. 2,8 % (Kinderlose über 23 Jahre) der beitragspflichtigen Einnahmen eines jeden Mitglieds.

Während der Versicherungspflicht als Student wird als beitragspflichtige Einnahmen der monatliche Bedarf angesehen, der nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz für Studenten festgesetzt ist, die nicht bei ihren Eltern wohnen. Der Monats-Beitrag in der studentischen Pflegeversicherung schlägt demnach im Jahr 2017 mit 16,55 € bzw. 18,17 € (Kinderlose über 23 Jahre) zu Buche.

Ebenso versicherungspflichtig in der sozialen Pflegeversicherung sind die freiwilligen Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie können sich aber unter Umständen auf Antrag von der Versicherungspflicht befreien lassen, wenn sie nachweisen, daß sie bei einem privaten Versicherungsunternehmen gegen Pflegebedürftigkeit versichert sind.

Familienversicherung

Studenten können – wie in der gesetzlichen Krankenversicherung -, bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres (ggf. auch darüber hinaus aufgrund von bspw. Wehrdienst, Zivildienst, BFD, etc.) unter bestimmten weiteren Voraussetzungen (u.a. Einkommensgrenze beachten) über die Eltern, ihren Ehegatten oder Lebenspartner beitragsfrei familienversichert sein. Danach werden sie selbst versicherungs- und beitragspflichtiges Mitglied der Pflegeversicherung.

Abhängig beschäftigte Studenten

Studenten, die einer abhängigen Beschäftigung nachgehen, sind in der Regel als Arbeitnehmer nicht versicherungspflichtig in der sozialen Pflegeversicherung. Das gilt für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (sog. 450 €-Minjobs, nur der Arbeitgeber hat pauschale Abgaben), eine kurzfristige Beschäftigung (generell komplett sozialversicherungsfrei) und Beschäftigungen, die als ordentlich Studierender (Werkstudentenprivileg) ausgeübt werden. Wer nicht mehr als ordentlich Studierender gilt und keine der beiden zuvor genannten Beschäftigungen regulär ausübt, ist hingegen als Arbeitnehmer versicherungspflichtig in der sozialen Pflegeversicherung! Den Beitrag teilen sich dann Arbeitgeber und Arbeitnehmer/Student.

Studenten in der Privaten Pflegepflichtversicherung

Soweit privat krankenversicherte Studenten nicht bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gemeinsam mit wenigstens einem Elternteil in der privaten Pflegepflichtversicherung beitragsfrei versichert sind, zahlen sie bis zum vollendeten 34. Lebensjahr einen eigenen Sonderbeitrag (10,68 € / Monat seit 2017).

Wurde das Studium durch Wehr- oder Zivildienst, seit dem 01.07.2011 auch freiwilligen Wehrdienst, Freiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz, dem Jugendfreiwilligendienstegesetz oder eines vergleichbaren Freiwilligendienstes oder durch eine Tätigkeit als Entwicklungshelfer im Sinne des § 1 Abs. 1 des Entwicklungshelfer-Gesetzes unterbrochen, kann die Pflegepflichtversicherung einmalig für den Zeitraum der Unterbrechung, bis zu maximal 12 Monaten, auch über das 25. Lebensjahr hinaus beitragsfrei bestehen.

Weitere Voraussetzungen für die Beitragsfreiheit sind, dass der Student nicht hauptberuflich selbstständig erwerbstätig ist und sein Einkommen die jeweils gültige monatliche Einkommensgrenze nicht übersteigt (siehe dazu ausführlich hier).

Ohne Altersgrenze sind Studenten beitragsfrei versichert, die wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung nicht selbst für ihren Unterhalt sorgen können – vorausgesetzt, bei Eintritt der Behinderung bestand bereits Beitragsfreiheit oder hätte bestanden, wenn es die Pflegepflichtversicherung bereits gegeben hätte.

Zuschuss für BAföG-Empfänger

BAföG-Empfänger erhalten derzeit vom Amt für Ausbildungsförderung einen monatlichen Zuschuss zur Pflegeversicherung in Höhe von 15 Euro, wenn sie beitragspflichtig sind.

Private Pflegezusatzversicherung

Viele Krankenkassen und Versicherungsgesellschaften bieten private Pflegezusatzversicherungen an, die die finanzielle Lücke zwischen den Leistungen der Pflichtversicherung und tatsächlichen Kosten bei Pflegebedürftigkeit schließen sollen. Es gibt auch Gesellschaften, die keine Gesundheitsfragen stellen.

Drei Arten von privaten Pflegezusatzversicherungen werden in Deutschland angeboten:

Pflegerentenversicherung

Sie wird als Lebensversicherung angeboten und zahlt, wenn der Versicherte pflegebedürftig wird, je nach Hilfsbedarf eine monatliche Rente aus.

Pflegekostenversicherung

Die nach Vorleistung der gesetzlichen oder privaten Pflichtversicherung verbleibenden Kosten werden erstattet. Es gibt Tarife, die die Restkosten ganz oder teilweise übernehmen. Ein Nachweis ist erforderlich.

Pflegetagegeldversicherung

Gegen Nachweis der Pflegebedürftigkeit wird im Rahmen der Pflegetagegeldversicherung ein vereinbarter fester Geldbetrag für jeden Pflegetag gezahlt. Das Tagegeld wird unabhängig von den tatsächlichen Kosten der Pflege überwiesen.