Versicherungen für Studenten

Versicherungen: Neues für Studenten in 2014

Letzte Aktualisierung am 23.05.2018 von admin

Kein Jahreswechsel ohne Änderungen im Versicherungsbereich. Auch zu Beginn des Jahres 2014 gibt es wieder einige, die Auswirkungen auf Studenten haben. Besonders spannend wird das ganze durch die neue Bundesregierung, die zum Beispiel versucht, ein eigentlich erforderliches Absinken des Rentenversicherungbeitragssatzes für 2014 zu verhindern.

GKV Familienversicherung: Zulässiges Gesamteinkommen

Studenten, die über ein Elternteil (oder ihren Ehegatten / ihre Ehegattin) beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversichert sind, dürfen ab 1.1.2014 monatlich ein höheres Gesamteinkommen erzielen, ohne dass sie sich selbst beitragspflichtig versichern müssen.

Ursächlich dafür ist die Anhebung der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 SGB IV von 2.695 € (2013) auf 2.765 € in 2014. Die monatliche Einkommensgrenze für familienversicherte Studenten darf 1/7 dieser Bezugsgröße nicht übersteigen. Für 2014 sind das dementsprechend 395 € im Monat. Bei Ausübung einer geringfügig entlohnten Beschäftigung (Minijob) liegt die Grenze unverändert bei 450 € im Monat.

Beiträge zur Sozialversicherung in 2014

Die Sozialversicherungsbeiträge 2014 stehen noch nicht fest, es gibt aber einige Tendenzen.

Krankenversicherung

Union und SPD wollen die pauschalen Zusatzbeiträge („Kopfpauschale“) abschaffen und diese künftig als Anteil des Einkommens der Versicherten erheben. Der allgemeine Beitragssatz soll bei 14,6 % festgesetzt werden.

Der Beitragssatz für die studentische Pflichtversicherung (Krankenversicherung der Studenten (KVdS)) beträgt 7/10 des allgemeinen Beitragssatzes der gesetzlichen Krankenversicherung (§ 245 Abs. 1 SGB V). Bei einer Beitragsuntergrenze von 14,6 % also dann mindestens 10,22 %, in 2013 lag er für alle bei 10,85 %. Dazu kommt der bereits angesprochene prozentuale Zusatzbeitrag für Versicherte. Die Bemessungsgrundlage wird 2014 unverändert bei 597 € (entspricht dem Bafög-Bedarfssatz für nicht bei den Eltern wohnenden Studenten) liegen.

Für den sogenannten Übergangstarif für Studierende in der Studienabschlussphase (maximal 6 Monate) beträgt der Beitragssatz 10,85 %. Die Mindestbemessungsgrundlage (neunzigste Teil der monatlichen Bezugsgröße) liegt in 2014 neu bei 921,67 € (2013 893,33 €). Somit ergibt sich ein Monatsmindestbeitrag für die Krankenversicherung von exakt 100 €.

Freiwillig gesetzlich krankenversicherte Studenten zahlen in 2014 den vollen Beitragssatz und tragen diesen im Gegensatz zu Angestellten allein. Auch hier gilt die neue bundeseinheitliche Mindestbemessungsgrundlage in Höhe von 921,67 €.

Pflegeversicherung

CDU/CSU und SPD wollen den Beitragssatz der Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte erhöhen. Der Beitragssatz soll spätestens ab 2015, und wohl noch nicht 2014, zunächst um 0,3 Prozentpunkte steigen. In einem zweiten Schritt soll der Beitrag in dieser Legislaturperiode um weitere 0,2 Prozentpunkte steigen.

Durch die Anhebung der Mindestbemessungsgrundlage in 2014 auf 921,67 € erhöhen sich für freiwillig Versicherte die Beiträge aber in jedem Fall.

Rentenversicherung

Der Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung hätte angesichts hoher Rücklagen ab 2014 von 18,9 auf 18,3 % sinken können. Die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD haben jedoch am 16.12.2013 eine Gesetzesänderung zur Verhinderung der gesetzlich erforderlichen Beitragssenkung eingebracht (Beitragssatzgesetz 2014). Der Beitragssatz wird demnach auf dem aktuellen Niveau von 18,9 % – beziehungsweise von 25,1 % in der knappschaftlichen Rentenversicherung – festgeschrieben. Das betrifft Studenten, die einer rentenversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, die dadurch nicht entlastet werden.

Kfz Typ- und Regionalklassen für die Kfz-Haftpflichtversicherung ändern sich

Typklassen Umgruppierung

Wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte, werden 28 % der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge in eine andere Typklasse umgruppiert. Dementsprechend bleibt für 72 % alles beim Alten.

Bei 13 % der Umgruppierungen verschlechtert sich die Typklasse. Bei rund 15 % verbessere sich die Typenklasse.

Die Typklassen sind für die Berechnung der Beiträge für Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherungen wichtig. Sie spiegeln die Unfall- und Schadensbilanz eines Automodells wider und werden von den Versicherungen jährlich an aktuelle statistische Entwicklungen angepasst. Werden für einen Typ weniger Schäden gemeldet und entschädigt, wird er in eine niedrigere Klasse eingestuft. Werden mehr Schäden gemeldet, läuft es anders herum.

Regionalklasseneinteilung für 2014

Bei der aktuellen Regionalklasseneinteilung der Kraftfahrzeuge gibt es in diesem Jahr kaum Veränderungen. Nach Angaben des GDV werden in der Kfz-Haftpflichtversicherung nur knapp 1 % der Fahrzeuge um zwei oder drei Klassen umgestuft, für etwa 16 % geht es jeweils eine Klasse rauf oder runter. Bei über 65 % ändert sich nichts.

Die Regionalstatistik spiegelt die Schadenbilanz einer bestimmten Region wider. Die jeweilige Regionalklasse wird vom Fahrverhalten der Autofahrer, von der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge und von den örtlichen Straßenverhältnissen beeinflusst. Außerdem werden in der Kaskoversicherung örtliche Besonderheiten berücksichtigt, wie die Diebstahlhäufigkeit, die Sturm- und Hagelschäden und die Anzahl der Wildunfälle.

Die Schadenbilanz jedes Zulassungsbezirks wird versicherungsmathematisch in einen Indexwert umgerechnet. Anhand dieses Indexwertes erfolgt die Einteilung in die jeweilige Regionalklasse. Zulassungsbezirke mit vergleichbarem Indexwert werden der gleichen Regionalkasse zugeordnet. Für die Haftpflicht gibt es 12, die Teilkasko 16 und die Vollkasko 9 Klassen.

Anhebung förderfähiger Anteil zur Basisrente (Rüruprente)

Bei der Anhebung des förderfähigen Anteils zur Basisrente (Rüruprente) ab 2014 handelt es sich eigentlich nicht um eine Änderung oder Neuerung, sondern nur um das konsequente Fortsetzen des „Programms“. Studenten, die bereits eine Basisrente zur privaten Altersvorsorge abgeschlossen haben, können 2014 78 % (2013 76 %) ihrer Beiträge als Sonderausgabe steuerlich geltend machen (von 20.000 €, bzw. 40.000 € für Ehepaare mit steuerlich gemeinsamer Veranlagung). Der förderbare Anteil steigt jedes Jahr um 2 Prozent und wird ab 2025 die vollen 100 % erreichen.