Versicherungen für Studenten

Versicherungen: das ändert sich 2013 für Studenten

Letzte Aktualisierung am 23.05.2018 von admin

Zu Beginn des Jahres 2013 traten wieder einige Änderungen bzw. Neuerungen im Versicherungsbereich in Kraft, die auch Auswirkungen auf Studenten haben.

Unisex-Tarife in allen Versicherungssparten

Anfang Dezember hat studentische-versicherungen.de bereits über die branchenweite Einführung der Unisex-Tarife in sämtlichen Versicherungssparten berichtet. Seit dem 21.12.2012 werden nur noch geschlechtsneutral kalkulierte Versicherungen verkauft und das obwohl in Deutschland „kurioserweise“ die gesetzliche Grundlage des Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) noch nicht umgesetzt wurde.

Denn für das SEPA-Begleitgesetz, welches die Bundesregierung am 8.11.2012 beschlossen hatte – darin wird u.a. durch die Aufhebung des § 20 Abs. 2 Satz 1 AGG die Einführung der Unisex-Tarife geregelt -, wurden vom Bundesrat am 14.12.2012 Nachbesserungen gefordert und der Vermittlungsausschuss einberufen. Durch die Verzögerung fehlt für die Einführung der Unisex-Tarife seitdem die nationale rechtliche Grundlage.

Trotzdem erklärte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), dass das Urteil des EuGH für die Versicherer bindend sei, da es die bisherige Rechtsgrundlage mit Wirkung zum 21.12.2012 für ungültig erklärt hat. Auch wenn eine Umsetzung in nationales Recht bislang fehlt, können sich Versicherte ggf. auf die Europäische Gesetzgebung berufen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte sich am 18.12.2012 ebenfalls für die fristgerechte Einführung der Unisex-Tarife zum 21.12.2012 eingesetzt.

GKV Familienversicherung: Zulässiges Gesamteinkommen

Studenten, die über ein Elternteil (oder ihren Ehegatten / ihre Ehegattin) kostenfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversichert sind, dürfen ab 1.1.2013 monatlich ein höheres Gesamteinkommen erzielen, ohne, dass sie sich selbst beitragspflichtig versichern müssen.

Das regelmäßige Gesamteinkommen des Familienversicherten darf im Jahr 2013 nicht den Betrag von 385 € im Monat (ein Siebtel der Bezugsgröße nach § 18 SGB IV) übersteigen – 2012 waren es nur 375 €. Bei Ausübung einer geringfügig entlohnten Beschäftigung (Minijob) liegt die Grenze absofort bei 450 € im Monat (vorher 400 €).

Höherer Beitragssatz (+ 0,1%) in der ges. Pflegeversicherung

Der Beitragssatz für die gesetzliche Pflegeversicherung ist zum 1.1.2013 um 0,1% auf 2,05% gestiegen, Kinderlose ab 23 Jahre zahlen absofort 2,3 %. Relevant ist das für Studenten in 2013 nur, wenn man nicht mehr familienversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung ist.

Weniger Beitrag in der privaten Pflegepflichtversicherung

Privatkrankenversicherte Studenten bis 34 Jahre, die einen eigenen Beitrag in der privaten Pflegepflichtversicherung zahlen müssen weil sie nicht beitragsfrei versichert sind, werden ab 2013 etwas entlastet. Der sogenannte Sonderbeitrag für Studenten reduziert sich von vormals 8,72 € in 2012 auf 8,37 € in 2013.

Praxisgebühr beim Arztbesuch entfällt

Kurz und knapp: Die 10 € Praxisgebühr pro Quartal für gesetzlich Krankenversicherte beim Arztbesuch wurde zum 01.01.2013 abgeschafft. :-)

Beitragssatz für die ges. Rentenversicherung sinkt um 0,7 %

„Betroffen“ hiervon sind alle Studierende, die irgendwo fest angestellt sind. Der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung sinkt von 19,6 auf 18,9 %.

Neue Minijobs sind versicherungspflichtig in der GRV

Seit Anfang Januar 2013 sind neu beginnende geringfügig entlohnte Beschäftigungen (Minijobs auf 450 € Basis) versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung, wenn man sich davon nicht aktiv befreien lässt.

Kfz Versicherung: Änderungen bei den Kfz Typklassen

Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) muss 2013 jeder zweite Autofahrer mit einer Änderung der Typklasse für seinen PKW rechnen.

Die Typklassen spiegeln die Schaden- und Unfallbilanzen aller in Deutschland zugelassenen Automodelle wider und sind daher für Kfz-Versicherer eine wichtige Komponente zur Bestimmung der jeweiligen Haftpflicht- und Kasko-Versicherungsprämie.

Der Grund für die Umstufung: Erstmals wird auch das Alter des jüngsten Fahrers bei der Einteilung der Typklassen berücksichtigt – egal ob dieser Versicherungsnehmer ist oder nicht.

Pflege-Bahr

Die private Pflege-Zusatzversicherung wird ab 2013 staatlich gefördert: Ab einem monatlichen Mindesteigenbeitrag von 10 € gibt es einen Zuschuss in Höhe von 5 €. Jedoch existieren genaue Rahmenbedingungen für die förderungsfähigen Produkte und bisher (Januar 2013) sind nur wenige davon auf dem Markt.

Anhebung förderfähiger Anteil zur Basisrente (Rüruprente)

Bei der Anhebung des förderfähigen Anteils zur Basisrente (Rüruprente) ab 2013 handelt es sich eigentlich nicht um eine Änderung oder Neuerung, sondern nur um das konsequente Fortsetzen des „Programms“. Studenten, die bereits eine Basisrente zur privaten Altersvorsorge abgeschlossen haben, können 2013 76 % ihrer Beiträge als Sonderausgabe steuerlich geltend machen (von 20.000,- Euro, bzw. 40.000,- Euro für Ehepaare mit steuerlich gemeinsamer Veranlagung). Der förderbare Anteil steigt jedes Jahr um 2 Prozent und wird ab 2025 die vollen 100% erreichen.